Jugendliche (†15, †16) sterben in Elternhaus an Überdosis: Dealer zu Haftstrafe verurteilt

Augsburg - Nach dem Drogentod von zwei Jugendlichen in Bayern ist der Dealer zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt worden.

Der mittlerweile verurteilte 34-Jährige geht im Strafjustizzentrum zur Anklagebank.
Der mittlerweile verurteilte 34-Jährige geht im Strafjustizzentrum zur Anklagebank.  © Stefan Puchner/dpa

Das Landgericht Augsburg ordnete zudem die Unterbringung des 34-Jährigen in einer Entziehungsanstalt an, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch erklärte.

Das Urteil war bereits am Dienstag nach einem überraschenden Geständnis des Angeklagten verkündet worden (Az. 1 KLs 301 JS 121591/20).

Zum Auftakt des Prozesses hatte der angeklagte Deutsche noch zu den Vorwürfen geschwiegen. Die Staatsanwaltschaft hatte ihn angeklagt, weil er mehrfach Drogen an einen minderjährigen Arbeitskollegen verkauft hatte.

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Am zweiten Verhandlungstag hatten sich die Verfahrensparteien dann auf einen Strafrahmen geeinigt, wenn der Mann gesteht.

Eltern fanden die toten Jugendlichen am Morgen

Der 34-Jährige wird von zwei Polizisten in den Gerichtssaal geführt.
Der 34-Jährige wird von zwei Polizisten in den Gerichtssaal geführt.  © Stefan Puchner/dpa

Der Mann hatte das Rauschgift an einen 16 Jahre alten Auszubildenden aus Nordendorf im Landkreis Augsburg geliefert.

Der 16-Jährige hatte dann im Juni 2020 zusammen mit einem 15 Jahre alten Freund synthetische Drogen genommen, als beide im Elternhaus des Älteren übernachteten.

Am nächsten Morgen fanden die Eltern die beiden an einer Überdosis gestorbenen Jugendlichen. TAG24 berichtete über die Tragödie.

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Wenige Tage später wurde der Dealer festgenommen. Wegen des Todes der zwei Jungen war er allerdings nicht direkt angeklagt.

Der Mann stand unter anderem wegen Abgabe von Betäubungsmitteln an eine Person unter 18 Jahren vor Gericht.

Der 34-Jährige hatte angegeben, selbst seit seiner Jugendzeit Drogen zu konsumieren.

Titelfoto: Stefan Puchner/dpa

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