Kollegen als Sextäter diffamiert? Augsburger Stadtrat der Freien Wähler vor Gericht

Augsburg - Wegen mehrerer Strafvorwürfe muss sich am Mittwoch (9 Uhr) ein Augsburger Stadtrat der Freien Wähler (FW) vor Gericht verantworten.

Das Strafjustizzentrum in Augsburg. Vor dem dortigen Amtsgericht muss sich der Freie-Wähler-Politiker Peter Hummel wegen mehrerer Straftaten, darunter Verleumdung und Beleidigung, verantworten.
Das Strafjustizzentrum in Augsburg. Vor dem dortigen Amtsgericht muss sich der Freie-Wähler-Politiker Peter Hummel wegen mehrerer Straftaten, darunter Verleumdung und Beleidigung, verantworten.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Politiker Peter Hummel unter anderem Verleumdung und Beleidigung vor. Der 52 Jahre alte Politiker hat sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen.

Hummel war bei der Kommunalwahl 2020 Oberbürgermeisterkandidat, erreichte jedoch nur 3,2 Prozent der Stimmen.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat Hummel mit einem Brief, den er unter einer falschen weiblichen Identität verfasst haben soll, einen Kollegen aus dem Augsburger Stadtrat fälschlich eines sexuellen Missbrauchs bezichtigt.

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In einem weiteren Fall soll Hummel laut Staatsanwaltschaft in einem sozialen Netzwerk mit einem Fakeaccount eine Frau diffamiert haben.

Das Amtsgericht Augsburg hatte auf Antrag der Staatsanwaltschaft gegen Hummel einen Strafbefehl erlassen, der eine achtmonatige Bewährungsstrafe vorsah.

Da Hummel dagegen Einspruch einlegte, werden die Vorwürfe nun in einem Prozess verhandelt. Hummel hatte erklärt, er wolle in dem Verfahren seine Unschuld belegen.

Update, 10.53 Uhr: Peter Hummel weist alle Vorwürfe zurück

Peter Hummel (Freie Wähler) sitzt im Amtsgericht.
Peter Hummel (Freie Wähler) sitzt im Amtsgericht.  © Stefan Puchner/dpa

In einem Prozess um eine Reihe von Straftaten hat der frühere Augsburger Oberbürgermeisterkandidat Peter Hummel alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Der Freie-Wähler-Politiker musste sich am Mittwoch unter anderem wegen Verleumdung und Beleidigung vor dem Amtsgericht Augsburg verantworten.

"Herr Hummel ist nicht Verfasser dieser Nachrichten", sagte Verteidiger Marco Müller.

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Danach erklärte der Angeklagte, dass etliche andere Personen ebenfalls Zugriff auf die Accounts, die für die Beleidigungen genutzt wurden, gehabt hätten. Er wüsste selbst gerne, wer für die Aussagen verantwortlich sei.

Ein Urteil in dem Prozess wurde noch am Mittwoch erwartet.

Titelfoto: Stefan Puchner/dpa

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