Mit Klappmesser! Mann (†28) an Bushaltestelle erstochen: Streit mit schrecklichen Folgen

Von Ulf Vogler

Augsburg - Was genau hat sich nur abgespielt? Nach einem tödlichen Streit an einer Augsburger Bushaltestelle steht eine 20 Jahre alte Frau von Donnerstag (9 Uhr) an in Bayern wegen Mordes vor Gericht.

Ein 28 Jahre alter Mann war im November 2020 an einer Bushaltestelle niedergestochen worden. Er verlor bei dem Angriff sein Leben. (Archivbild)
Ein 28 Jahre alter Mann war im November 2020 an einer Bushaltestelle niedergestochen worden. Er verlor bei dem Angriff sein Leben. (Archivbild)  © Stefan Puchner/dpa

Die Deutsche soll mit einem Klappmesser einen 28-Jährigen derart heftig in die Brust gestochen haben, dass der Mann binnen weniger Minuten starb.

Da die Angeklagte im juristischen Sinn Heranwachsende ist, wird das Verfahren vor der Jugendkammer des Landgerichts Augsburg geführt.

Am 27. November 2020 war der 28-Jährige früh abends an der Haltestelle niedergestochen worden, der Notarzt konnte ihn nicht mehr retten. Die Kripo hatte damals nach einem jungen Paar gefahndet, das mit dem Opfer zuvor eine Auseinandersetzung gehabt habe und dann entsprechend geflüchtet sei.

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Am nächsten Morgen wurden die damals noch 19 Jahre alte Angeklagte sowie ihr mutmaßlicher Begleiter festgenommen. Der heute 28 Jahre alte Mann wurde aber wieder freigelassen, weil er an dem Tötungsdelikt nicht beteiligt gewesen sein soll.

Ursprünglich sollen sich laut Anklage zwei jeweils dreiköpfige Menschengruppen einen verbalen Schlagabtausch an der Haltestelle geliefert haben. Dies soll zu einer Rangelei zwischen dem Opfer und dem Freund der Angeklagten geführt haben.

Deswegen soll die Frau letztlich ihr Messer aus ihrer Tasche genommen und zugestochen haben. Für den Prozess sind insgesamt fünf weitere Verhandlungstage eingeplant, ein Urteil könnte Mitte August verkündet werden.

Blumen und Kerzen lagen an der Bushaltestelle in Augsburg, an der ein Mann durch Stiche getötet wurde. (Archivbild)
Blumen und Kerzen lagen an der Bushaltestelle in Augsburg, an der ein Mann durch Stiche getötet wurde. (Archivbild)  © Stefan Puchner/dpa

Parallelen zu Gewalttat am Augsburger Königsplatz im Advent 2019

Die Bluttat auf offener Straße hatte damals für viel Aufsehen gesorgt. Einige zogen auch Parallelen zu der Gewalttat am Augsburger Königsplatz im Advent 2019.

Damals hatte ein Jugendlicher einen Mann so heftig geschlagen, dass das Opfer an einer Gehirnblutung starb.

Update 12.30 Uhr: 20-Jährige räumt tödlichen Stich an Bushaltestelle ein

Im Prozess hat die 20 Jahre alte Frau nun zugegeben, den 28-Jährigen erstochen zu haben.

Ende November 2020 waren an der Bushaltestelle zwei kleinere Gruppen aneinander geraten. Das Opfer war mit dem Freund der Angeklagten in eine Rangelei verwickelt. In der Folge nahm die 20-Jährigeein Messer und stach dem Kontrahenten ihres Freundes die Klinge in die Brust. Das Messer traf die Herzgegend des Opfers, der 28-Jährige starb binnen weniger Minuten.

Die angeklagte Deutsche sagte, dass die Schubserei zwischen den Männern Auslöser der Tat war. "Da habe ich Panik bekommen." Obwohl sie selbst nicht an der Rangelei beteiligt gewesen sei, habe sie Angst vor einem Angriff gehabt.

Titelfoto: Stefan Puchner/dpa

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