Mädchen (11) wird zum Missbrauch angeboten: Taten per Sprachmemo aufgenommen und von Mutter gebilligt

Schweinfurt - Ein Mädchen wird einem Mann zum Missbrauch angeboten und er willigt ein: Von Mittwoch (8.30 Uhr) an muss sich der 50-Jährige vor dem Landgericht Schweinfurt wegen schweren Kindesmissbrauchs verantworten.

Der 50-Jährige soll sich in mindestens zwei Fällen an dem Mädchen vergangen haben.
Der 50-Jährige soll sich in mindestens zwei Fällen an dem Mädchen vergangen haben.  © Nicolas Armer/dpa

Dem Angeklagten wird außerdem die Verbreitung pornografischer Schriften vorgeworfen.

Der Anklage zufolge hatte er auf der Suche nach flüchtigen Sexualkontakten einen Zettel mit seiner Handynummer auf der Toilette eines Autobahnparkplatzes in Unterfranken ausgehängt - angeboten wurde ihm ein Kind.

In mindestens zwei Fällen soll sich der Deutsche im Juli 2020 an der damals Elfjährigen vergangen haben.

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Das Angebot kam vom Lebensgefährten der Mutter des Opfers. Dieser hatte selbst das Mädchen mehrfach missbraucht.

Vergangene Woche wurde der 49-Jährige unter anderem wegen schwerer Zwangsprostitution, schweren sexuellen Missbrauchs und wegen des Herstellens von kinderpornografischen Schriften zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt. Die Mutter des Mädchens soll die Taten gebilligt haben.

Auch bei den Taten des nun Angeklagten sei der Lebensgefährte im Raum anwesend gewesen. Er soll den Missbrauch per Sprachmemo auf dem Handy aufgenommen haben.

Update, 12.28 Uhr: Prozess startet ohne Öffentlichkeit

Zum Beginn eines Prozesses gegen einen 50 Jahre alten Mann wegen des Verdachts auf schweren Kindesmissbrauch ist die Öffentlichkeit auf Antrag der Verteidigung ausgeschlossen worden. Die Vorsitzende Richterin Angelika Drescher begründete dies am Mittwoch vor dem Landgericht Schweinfurt mit den schutzwürdigen Interessen und der Privatsphäre des missbrauchten Mädchens sowie des Angeklagten.

Dem Mann wird vorgeworfen, im Juli 2020 in Unterfranken eine zur Tatzeit Elfjährige in zwei Fällen missbraucht zu haben. Der Lebensgefährte ihrer Mutter hatte sie vermittelt. Dieser hatte das Mädchen selbst mehrfach missbraucht und Männern an Rast- und Autobahnparkplätzen in Unterfranken angeboten.

Vergangene Woche war der heute 49-Jährige zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Die Mutter soll von einigen der Taten gewusst haben. Gegen die 39-Jährige startet voraussichtlich Ende Juni ein gesondertes Verfahren.

Da der nun angeklagte 50-Jährige mit dem Mädchen zunächst anzügliche Bilder über Whatsapp ausgetauscht haben soll, ist er zudem wegen der Verbreitung pornografischer Schriften angeklagt. Der Lebensgefährte der Mutter sei bei den anschließenden Taten im selben Raum gewesen und habe mit seinem Handy Audioaufnahmen des Missbrauchs gemacht.

Titelfoto: Nicolas Armer/dpa

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