Nach Mord an Dominik Brunner: Täter erneut zu Haftstrafe verurteilt

München - Nach dem Mord an dem Geschäftsmann Dominik Brunner an einem S-Bahnhof in München ist der mittlerweile 29 Jahre alte Täter nun erneut zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden.

Der Prozess im Mordfall an Dominik Brunner endete mit einer erneuten Gefängnisstrafe. (Archiv)
Der Prozess im Mordfall an Dominik Brunner endete mit einer erneuten Gefängnisstrafe. (Archiv)  © Matthias Balk/dpa

Er habe gegen die Auflagen seiner Führungsaufsicht verstoßen und Kokain konsumiert, urteilte die Richterin am Amtsgericht München am Donnerstag - und entschied auf neun Monate Gefängnis ohne Bewährung.

Die Staatsanwaltschaft hatte zwölf Monate Haft gefordert, die Verteidigung auf Freispruch plädiert.

Vor Gericht bat der Mann um eine letzte Chance - er sei inzwischen umgezogen, habe den Kontakt mit der Münchner Clique abgebrochen, negative Urinproben abgeliefert und sich verlobt.

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"Die Richterin hatte aber den Standpunkt, dass er schon im letzten Verfahren seine letzte Chance bekommen hatte", erläuterte ein Gerichtssprecher.

Denn schon im Dezember 2019 stand der Mann nach Alkoholkonsum wegen eines Verstoßes gegen seine Auflagen vor Gericht - und bekam fünf Monate Haft auf Bewährung.

Rache als mögliches Motiv der Täter

Zudem gibt es ja noch die Vorgeschichte: Der damals 18-Jährige und sein 17 Jahre alter Begleiter hatten den Geschäftsmann Brunner laut Urteil im September 2009 so heftig getreten und verprügelt, dass das Opfer später im Krankenhaus starb.

Der 18-Jährige wurde wegen Mordes zu neun Jahren und zehn Monaten Jugendstrafe verurteilt, seit Mai 2019 ist er wieder auf freiem Fuß.

Nach Auffassung des Gerichts hatten sich die jungen Männer an Brunner rächen wollen. Der Geschäftsmann hatte beobachtet, wie sie an einem Bahnhof in München eine Gruppe jüngerer Schüler bedrängt und von ihnen Geld verlangt hatten.

Brunner rief daraufhin aus der S-Bahn die Polizei. In Solln stieg er mit den Schülern aus und stellte sich vor sie. Die jungen Männer aber schlugen und traten auf ihn ein. Das neuerliche Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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