Motiv Geldgier: Gericht verurteilt Mann wegen Mordes an Internetbekanntschaft

Traunstein - Im Prozess um das tödliche Ende einer Internetbekanntschaft wird am Freitag (11 Uhr) vor dem Landgericht Traunstein das Urteil erwartet.

Akten liegen im Gerichtssaal des Landgerichts in Traunstein. Und sie sollen Habgier dokumentieren.
Akten liegen im Gerichtssaal des Landgerichts in Traunstein. Und sie sollen Habgier dokumentieren.  © Armin Weigel/dpa

Die Staatsanwaltschaft hat für den 61-jährigen Angeklagten lebenslange Haft wegen Mordes verlangt.

Sie geht davon aus, dass der Mann seine neue 59-jährige Bekannte aus Habgier heimtückisch erschlug, um an ihr Geld zu kommen.

Die Anklage forderte auch die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld.

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Der Anwalt des Mannes, Harald Baumgärtl, plädierte für eine zwölfjährige Haftstrafe wegen Totschlags.

Der Tat sei ein Streit vorausgegangen, der spontan in der Gewalttat mündete, argumentierte Baumgärtl. Wäre es seinem Mandanten um das Geld gegangen, hätte er die Frau nicht umbringen müssen - sondern hätte einbrechen können. Er habe schließlich gewusst, wann sie nicht zu Hause war.

Die beiden hatten sich im Dezember 2019 kennengelernt. Der Mann - geboren in Traunstein und zuletzt in Österreich lebend - hatte zum Prozessauftakt die Tat eingeräumt. Er schilderte sie als spontane Handlung. Beim Sex kam es demnach zum Streit. Da habe er eine Statue genommen und auf die Frau eingeschlagen. Von ihrem Vermögen habe er nichts gewusst.

Erst als er die Spuren beseitigte, habe er einen Schlüssel zu einem Tresor entdeckt - von dem er zuvor nichts gewusst habe. Dort habe er 60.000 Euro gefunden.

Die Anklage geht von mindestens 85.000 Euro aus, die er mit Goldplättchen und Edelsteinen mitgenommen haben soll.

Update: 14.50 Uhr: 61-Jähriger wegen Mordes verurteilt - Gericht: Geldgier als Motiv

Das Landgericht Traunstein hat einen 61-Jährigen wegen Mordes an der Geliebten zu lebenslanger Haft verurteilt.

Das Gericht sah es am Freitag als erwiesen an, dass der Mann die 59-Jährige tötete, um an ihr Geld zu kommen. Die Richter folgten damit weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft, verzichteten aber auf die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld.

Ob der Verurteilte Rechtsmittel einlegen wird, sei noch nicht klar. "Ich werde das mit meinem Mandanten Anfang der Woche besprechen", erklärte dessen Anwalt Harald Baumgärtl.

Titelfoto: Armin Weigel/dpa

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