Hobby-Kickboxer (31) gesteht: Dates vergewaltigt und beim Sex gefilmt

Würzburg - Ein 31-jähriger Mann muss sich von heute (9 Uhr) an wegen heimlich gefilmter Sex-Videos und der Vergewaltigung mehrerer Frauen vor dem Landgericht Würzburg verantworten.

Der Angeklagte hatte seine Bekanntschaften unter anderem über Dating-Plattformen kennengelernt (Symbolbild).
Der Angeklagte hatte seine Bekanntschaften unter anderem über Dating-Plattformen kennengelernt (Symbolbild).  © 123RF/anyaberkut

"Nach aktuellem Stand werden dem Angeklagten fünf Vergewaltigungen zur Last gelegt", teilte ein Gerichtssprecher mit. Weitere Übergriffe würden rechtlich anders bewertet, etwa als sexueller Übergriff oder Körperverletzung.

Der Prozess gegen den 31-Jährigen war bereits im vergangenen Sommer gestartet, wird aber nun neu aufgerollt, weil sich weitere mögliche Opfer im Zuge des Verfahrens gemeldet hatten.

Der ehemalige Lehramt-Student hatte seine Bekanntschaften unter anderem über Dating-Plattformen wie Tinder oder Lovoo kennengelernt.

Vor Gericht gab der Hobby-Kickboxer damals schon zu, beim Sex mit einer Laptop-Kamera oder dem Handy gefilmt zu haben - ohne das Wissen der Betroffenen.

Vergewaltigungen hatte es seinen Angaben nicht gegeben, der Geschlechtsverkehr sei einvernehmlich gewesen.

Dem Gericht zufolge ist eine Vielzahl von Verhandlungsterminen vorgesehen, die bis in den Juli hinein reichen.

Weil im Landgericht kein ausreichend großer Sitzungssaal vorhanden ist, um eine coronakonforme Verhandlung zu ermöglichen, findet der Prozess in einer Festhalle im nahen Rottendorf statt.

Update, 15.09 Uhr: Angeklagter gesteht Vergewaltigungen und heimlich gefilmte Sex-Videos

Über seinen Anwalt hat der Angeklagte vor dem Landgericht Würzburg ein Geständnis abgelegt.
Über seinen Anwalt hat der Angeklagte vor dem Landgericht Würzburg ein Geständnis abgelegt.  © dpa/Daniel Karmann

Im Prozess um heimlich gefilmte Sex-Videos und die Vergewaltigung mehrerer Frauen hat der Angeklagte vor dem Würzburger Landgericht über seinen Anwalt ein Geständnis abgelegt.

Zuvor hatten sich die Prozessbeteiligten auf einen Strafrahmen verständigt, um das Verfahren abzukürzen und den Opfern eine Aussage zu ersparen.

Staatsanwaltschaft Tobias Knahn hatte zu Prozessbeginn am Dienstag angekündigt, ohne Geständnis des Angeklagten stelle er sich eine Haftstrafe "im deutlich zweistelligen Bereich" vor.

Das Gericht um den Vorsitzenden Richter Thomas Schuster begrüßte die Absprache im Sinne einer Verfahrensverkürzung, die gerade bei Sexualstraftaten "den Opfern die traumatische Erfahrung erspart, ihre Erlebnisse im Zeugenstand schildern zu müssen".

Die Kammer hatte dem Angeklagten für ein volles Geständnis eine Haftstrafe von siebeneinhalb bis zehn Jahren in Aussicht gestellt.

Außerdem sei es in dem Fall unwahrscheinlicher, dass der Deutsche nach dem Verbüßen seiner Strafe zur Sicherungsverwahrung weiter im Gefängnis bleiben müsse, sagte der Vorsitzende Richter.

Titelfoto: 123RF/anyaberkut

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