Baby der Freundin zu Tode gequält: 24-Jähriger zu langer Haftstrafe verurteilt

Würzburg - Mehr als ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod eines Babys will das Landgericht Würzburg heute um 15 Uhr das Urteil verkünden.

Der Angeklagte soll das acht Monate alte Baby seiner damaligen Freundin misshandelt und schließlich erstikct haben (Symbolbild)
Der Angeklagte soll das acht Monate alte Baby seiner damaligen Freundin misshandelt und schließlich erstikct haben (Symbolbild)  © 123rf/Dmyto Lukiian

Die Staatsanwaltschaft hat für den 24-jährigen Angeklagten zwölf Jahre Haft wegen Totschlags gefordert.

Der Deutsche soll den acht Monate alten Jungen seiner Freundin aus dem Raum Gemünden am Main kurz vor Weihnachten 2019 misshandelt und erstickt haben (TAG24 berichtete).

Der Angeklagte bestreitet dies. Sein Verteidiger sprach sich in seinem Plädoyer für eine Haftstrafe von sieben Jahren wegen Körperverletzung mit Todesfolge aus. Ursprünglich war der Mann wegen Mordes angeklagt.

Die psychiatrische Sachverständige in der Verhandlung hatte den 24-Jährigen als uneingeschränkt schuldfähig eingeschätzt.

Sie betonte, dass der von ihm genannte Konsum von Cannabis nicht aggressiv mache, sondern das Gegenteil bewirke.

Vielmehr sei die Grundaggressivität des Angeklagten als Ursache für die mögliche Straftat anzunehmen.

Auffällig seien die narzisstischen Züge des Angeklagten, der zudem wenig Mitgefühl zeige und sehr abgeklärt sei, sich selbst aber als hilfsbereite und selbstlose Person beschreibe.

Update, 18.59 Uhr: Angeklagter zu elf Jahre Haft verurteilt

Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines Babys in Unterfranken ist der Angeklagte zu elf Jahren Freiheitsstrafe wegen Totschlags verurteilt worden. Das Urteil wurde am Montagnachmittag vor dem Landgericht Würzburg gesprochen.

Der Vorsitzende Richter sagte, dass der acht Monate alte Säugling "gewaltsam durch die Hand des Angeklagten einen wahrlich schrecklichen Tod" gestorben sei.

Das Gericht sprach von einem Strafprozess, der "an Tragik und Trauer kaum zu steigern" sei. Das Jugendamt treffe keine Mitschuld, urteilte der Vorsitzende Richter, vielmehr hätte das mitwissende Umfeld früher reagieren müssen. Er hob nachdrücklich hervor: "Misshandlungen zu melden, ist eine Bürgerpflicht."

Titelfoto: 123rf/Dmyto Lukiian

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