Weil er rassistisch beleidigt wurde? Prozessbeginn nach tödlicher Messerattacke

Berlin - Nach einer tödlichen Messerattacke vor sechs Monaten in Berlin-Lankwitz muss sich ein 25-Jähriger ab Donnerstag (9 Uhr) wegen Mordes vor dem Landgericht verantworten.

Rettungskräfte am Tatort.
Rettungskräfte am Tatort.  © Morris Pudwell

Er soll einen 38 Jahre alten Mann etwa eineinhalb Stunden nach einer Auseinandersetzung erneut vor einem Imbiss getroffen und dem Opfer völlig unvermittelt ein Küchenmesser direkt ins Herz gerammt haben

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte bei der Tat im Mai 2020 aus Wut darüber handelte, dass sich der 38-Jährige ihm gegenüber bei dem vorangegangenen Streit rassistisch über dessen Hautfarbe geäußert habe. 

Die Mordmerkmale Heimtücke und niedrige Beweggründe seien angeklagt.

Update, 16.20 Uhr: Angeklagter schweigt

Die beiden Verteidiger des Angeklagten erklärten zu Prozessbeginn am Donnerstag, ihr Mandant werde zunächst nicht aussagen.

Der Angeklagte aus der Dominikanischen Republik und der aus Polen stammende 38-Jährige sollen sich am Abend des 17. Mai 2020 zunächst auf dem Vorplatz einer Kirche begegnet sein. Beide seien laut Ermittlungen mit Begleitern unterwegs gewesen, der später Getötete sei erheblich alkoholisiert gewesen. In einer verbalen und körperlichen Auseinandersetzung der beiden Gruppen habe der 25-Jährige dem 38-Jährigen aus nächster Nähe einen Pflasterstein gegen den Kopf geschlagen. Das Opfer habe eine klaffende Wunde hinter dem Ohr erlitten.

Gegen 21.28 Uhr sei es bei einem erneuten Zusammentreffen zum tödlichen Angriff gekommen. Der 25-Jährige habe aus Wut darüber gehandelt, dass sich der 38-Jährige "im Vorfeld der Tat gegen 19.55 Uhr rassistisch über dessen Hautfarbe geäußert hatte", heißt es weiter in der Anklage. Der 38-Jährige, der erheblich alkoholisiert gewesen sein soll, verstarb wenig später in einem Krankenhaus. Der 25-Jährige wurde rund drei Wochen später festgenommen.

Titelfoto: Morris Pudwell

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