Hauptkommissar raste Fabien M. (†21) tot: Erste Zeugen im Berufungsprozess vernommen

Berlin - Der Berufungsprozess um die tödliche Kollision eines Funkstreifenwagens mit dem Auto der 21-jährigen Fabien M. in Berlin-Mitte wird am Montag ab 9 Uhr fortgesetzt.

Am Montag wird am Landgericht Berlin der Berufungsprozess gegen den 53-jährigen Hauptkommissar fortgesetzt, der im Januar 2018 mit seinem Streifenwagen einen tödlichen Unfall verursacht hat. (Archivfoto)
Am Montag wird am Landgericht Berlin der Berufungsprozess gegen den 53-jährigen Hauptkommissar fortgesetzt, der im Januar 2018 mit seinem Streifenwagen einen tödlichen Unfall verursacht hat. (Archivfoto)  © Maurizio Gambarini/dpa

Angeklagt ist ein 53-jähriger Hauptkommissar. Er war im Dezember 2020 wegen fahrlässiger Tötung zu einem Jahr und zwei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Gegen diese Entscheidung eines Amtsgerichts hatten sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft und die Nebenklage Berufung eingelegt. Nun prüft das Berliner Landgericht den Fall.

Der Beamte am Steuer des Fahrzeugs soll im Januar 2018 auf dem Weg zu einem Einsatz mit überhöhtem Tempo in den Wagen von Fabien M. gekracht sein, die einparken wollte.

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Laut Ermittlungen war der Polizist nach einer Tunnelausfahrt mit bis zu 132 Kilometern pro Stunde unterwegs. Bei der Kollision sei noch eine Geschwindigkeit von 91 km/h festgestellt worden.

Der Fall hatte große Wellen geschlagen - auch wegen Ungereimtheiten bei den Ermittlungen.

Update, 14.22 Uhr Erste Zeugen sagen aus

Eine 38-jährige Polizistin berichtete am Montag dem Gericht, wie sie versuchte, die 21-Jährige zu reanimieren. Der Angeklagte habe am Unfallort deutlich unter dem Eindruck des Geschehens gestanden. "Ich weiß gar nicht, ob er mir geantwortet hat", so die Beamtin. Einen Alkoholgeruch habe sie nicht wahrgenommen.

Auf die Frage, welches Tempo bei einer Einsatzfahrt mit Blaulicht und eingeschaltetem Martinshorn innerhalb der Stadt üblich sei, erklärte die Zeugin, dass sie selbst bei einer gut ausgebauten Straße und freier Sicht von bis zu 80 Stundenkilometern ausgehe.

Eine 34-jährige Zeugin schilderte, sie habe die Straße überqueren wollen. Plötzlich sei ein zunächst dumpfes Geräusch eines Martinshorns laut geworden. Das Polizeiauto sei sehr schnell gefahren. "Ich konnte gerade noch zurück in eine Parklücke springen", so die Augenzeugin am zweiten Prozesstag. Der Prozess geht am 8. Oktober weiter.

Titelfoto: Maurizio Gambarini/dpa

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