Noch-Ehefrau verfolgt und fünfmal vergewaltigt: 36-Jähriger gesteht!

Berlin – Weil er seine von ihm getrennt lebende Ehefrau laut Anklage mehrfach vergewaltigt hat, steht ein 36-Jähriger ab Mittwoch (9.15 Uhr) vor dem Berliner Landgericht

Ein 36-Jähriger steht ab Mittwoch vor dem Berliner Landgericht.
Ein 36-Jähriger steht ab Mittwoch vor dem Berliner Landgericht.  © dpa/Fabian Sommer

Der Angeklagte soll laut Ermittlungen zwischen Oktober 2018 und Dezember 2019 wiederholt gerichtlich ausgesprochenen Kontaktverboten zuwider gehandelt und die Frau unter Vorwänden immer wieder aufgesucht haben. 

Er habe sie in fünf Fällen vergewaltigt. Die Anklage lautet unter anderem auf Nachstellung, Verstoß gegen das Gewaltschutzgesetz, Vergewaltigung, Freiheitsberaubung und Körperverletzung. 

Sieben Verhandlungstage bis Ende Juni sind geplant.

Update, 14.20 Uhr: Der 36-jährige Berliner hat vor dem Landgericht gestanden. Was geschehen ist, tue ihm leid, erklärte der Mann am Mittwoch zu Prozessbeginn über seine Verteidigerin. Er habe inzwischen erkannt, dass die Beziehung nicht mehr fortzuführen ist. 

Wegen fortwährender Nachstellungen nach der Trennung habe die Frau seit Mai 2018 Beschlüsse nach dem Gewaltschutzgesetz erwirkt, heißt es in der Anklage. Demnach sei es dem 36-Jährigen unter anderem untersagt worden, ihre Wohnung zu betreten, sich ihr zu nähern oder Kontakt zu ihr aufzunehmen. Unter dem Vorwand, ein Gespräch mit ihr führen zu wollen, habe er die Frau dennoch immer wieder aufgesucht, bedroht, zum Teil eingesperrt und vergewaltigt - in ihrer Wohnung in Berlin-Charlottenburg, in einem Keller, auf einer Toilette.

Die 44-Jährige hatte Anfang Januar 2020 Anzeige erstattet. "Er ließ mich einfach nicht in Ruhe", gab sie damals zu Protokoll. Ein Nein habe ihr Mann nicht akzeptieren wollen, hieß es weiter in der im Prozess verlesenen Aussage. In einem früheren Verfahren sei er verurteilt worden, weil er sie massiv geschlagen habe. Der Konsum von Kokain habe den Vater ihrer vier Söhne verändert. Wegen der Kinder sei es trotz der Gewalt immer wieder zu Kontakten gekommen.

Vor der Aussage des Angeklagten war es zu einer Verständigung der Prozessbeteiligten gekommen. Im Falle eines Geständnisses wurde dem Mann eine Strafe zwischen dreieinhalb und vier Jahren Gefängnis in Aussicht gestellt. Zum Urteil könnte es noch am Mittwoch kommen.

Titelfoto: dpa/Fabian Sommer

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