Geldtransporter auf Ku'damm überfallen: Clan-Mitglied gesteht

Berlin - Rund ein halbes Jahr nach dem spektakulären Überfall auf einen Geldtransporter auf dem Berliner Ku'damm beginnt am Donnerstag ab 9.30 Uhr der Prozess gegen einen Verdächtigen.

Polizeibeamte sichern Spuren am Tatort. Rechts ist im Anschnitt der überfallene Geldtransporter zu sehen. Gegen einen der mutmaßlichen Räuber beginnt am Donnerstag vor dem Kriminalgericht in Berlin-Moabit der Prozess.
Polizeibeamte sichern Spuren am Tatort. Rechts ist im Anschnitt der überfallene Geldtransporter zu sehen. Gegen einen der mutmaßlichen Räuber beginnt am Donnerstag vor dem Kriminalgericht in Berlin-Moabit der Prozess.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Der 31-jährige Mann ist vor dem Kriminalgericht in Moabit angeklagt, den Überfall am 19. Februar zusammen mit vier Komplizen verübt und dabei 600.000 Euro erbeutet zu haben.

Es geht um schweren Raub und gefährliche Körperverletzung. Die vier Räuber waren maskiert und trugen orangefarbene Müllmann-Kleidung.

Der 31-Jährige wurde nach der Auswertung von Spuren im März von der Polizei festgenommen. Er stammt aus einem bekannten arabischstämmigen Clan. Mindestens drei weitere Räuber wurden bisher nicht gefasst.

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Der Angeklagte soll die Wachleute laut Anklage mit einer Schreckschusspistole bedroht, entwaffnet und mit Reizgas besprüht haben.

Tweet der Polizei Berlin zur Festnahme des Angeklagten

Rund zwei Wochen vor dem Überfall war er von einem Gericht wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und verbotenen Autorennens zu einem Jahr Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden. Die Strafe sollte er später antreten.

Update, 11.32 Uhr: Clan-Mitglied gesteht Überfall vor Gericht

Der Angeklagte hält sich am Donnerstag im Gerichtssaal eine Pappe vor das Gesicht. Zu Prozessbeginn hat der 31-Jährige ein umfassendes Geständnis abgelegt.
Der Angeklagte hält sich am Donnerstag im Gerichtssaal eine Pappe vor das Gesicht. Zu Prozessbeginn hat der 31-Jährige ein umfassendes Geständnis abgelegt.  © Paul Zinken/dpa

Der Prozess hat mit einem umfassenden Geständnis des Angeklagten begonnen. Ein Anwalt des 31-Jährigen las am Donnerstag im Berliner Landgericht das längere Geständnis zu der Tat am 19. Februar vor.

Danach habe sich der Angeklagte an dem Überfall im Februar beteiligt, weil er hohe Schulden durch seine Alkohol- und Kokainsucht angehäuft habe. Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten sich zuvor verständigt, dass im Fall eines Geständnisses eine Gefängnisstrafe zwischen sechseinhalb und siebeneinhalb Jahren verhängt werde.

Der Angeklagte erhielt nach eigener Aussage 70.000 Euro aus der Beute. Auf seine Spur kam ihm die Kriminalpolizei durch eine DNA-Spur. Im Geständnis hieß es, er habe sich bei dem Überfall mehrfach an die Nase, die wegen des Kokainkonsums ständig lief, gefasst. Dabei habe er dann wohl Spuren auf dem Pullover eines Wachmanns hinterlassen.

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Der 31-jährige Vater von drei Kindern, der aus einem bekannten arabischstämmigen Clan stammt, gab zu, dass er die Wachleute mit einer Schreckschusspistole bedroht, entwaffnet und mit Reizgas besprüht habe.

Titelfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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