Polizisten beleidigt? Berliner Clan-Chef freigesprochen!

Berlin- Der Chef eines bekannten arabischstämmigen Berliner Clans muss sich am Dienstag (9 Uhr) wegen Beleidigung eines Polizisten vor dem Amtsgericht Tiergarten verantworten. 

Ein Berliner Clan-Chef steht am Dienstag vor dem Richter (Symbolbild).
Ein Berliner Clan-Chef steht am Dienstag vor dem Richter (Symbolbild).  © dpa/Sven Braun

Dem 53-Jährigen wird zur Last gelegt, bei einer Verkehrskontrolle im April 2019 einen Beamten beschimpft zu haben. 

Laut Gericht war der Angeklagte Issa R. zu einem ersten Prozesstermin im November nicht erschienen, so dass auf Antrag der Staatsanwaltschaft ein Strafbefehl von 50 Tagessätzen zu je 15 Euro erlassen worden sei. 

Gegen die verhängte Geldstrafe in Höhe von 750 Euro habe der Mann Einspruch eingelegt. Für den Prozess ist ein Verhandlungstag vorgesehen.

Update, 14.25 Uhr: Clan-Chef wird freigesprochen!

Issa R. ist freigesprochen worden. Es sei nicht auszuschließen, dass der 53-Jährige einen seiner anwesenden Söhne und nicht den Beamten beschimpfte, begründete das Amtsgericht Tiergarten am Dienstag. Damit wehrte sich der Angeklagte erfolgreich gegen einen Strafbefehl über 750 Euro, den das Gericht zunächst erlassen hatte.

Bei einer Verkehrskontrolle im April 2019 in Berlin-Neukölln soll Issa R. gerufen haben: "Halt die Fresse! Halt's Maul!" Der Mann, der nach seinen Angaben zwölffacher Vater und bei einer Firma "im Bereich Autos" angestellt ist, erklärte im Prozess, er habe einen der erwachsenen Söhne zur Räson bringen wollen. "Weil er respektlos gegenüber den Polizisten war", so der 53-Jährige. Alle seien aufgeregt gewesen, weil einer der Beamten seine Waffe gezogen habe.

Der als Clan-Chef geltende Issa R. war Beifahrer, als einer seiner Söhne als Fahrer mit erheblicher Geschwindigkeit an einem Funkwagen der Polizei vorbeigefahren und dann ein anderes Fahrzeug geschnitten haben soll. Sie hätten das Auto mit Blaulicht verfolgt, schilderte ein 31-jähriger Beamter vor Gericht. Als er und sein Kollege am Auto waren, habe er verlangt, dass die Insassen "ihre Hände sichtbar machen sollten". Weil der Angeklagte mit einer Hand in Richtung seines Hosenbundes fasste, habe er seine Dienstwaffe gezogen.

Titelfoto: dpa/Sven Braun

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