Hemmungslos gelogen und gestohlen: Mann gesteht 56-fachen Betrug vor Gericht

Berlin - Er soll etliche hilfsbereite Menschen mit einem miesen Trick getäuscht haben.

Innerhalb von sechs Prozesstagen soll der Fall des 44-jährigen Angeklagten verhandelt werden. (Symbolbild)
Innerhalb von sechs Prozesstagen soll der Fall des 44-jährigen Angeklagten verhandelt werden. (Symbolbild)  © olegdudko / 123 RF

Ein mutmaßlicher Betrüger, der sich in 56 Fällen unter einem Vorwand Zutritt zu fremden Wohnungen verschafft haben soll, muss sich ab Freitag (13 Uhr) vor dem Berliner Landgericht verantworten.

Der 44-Jährige soll Betroffenen vorgegaukelt haben, seinen Wohnungsschlüssel verloren oder vergessen zu haben und nun einen Schlüsseldienst beauftragen zu müssen.

Dafür habe er sich von Wohnungsinhabern in 39 Fällen Geld geliehen und Rückzahlungsabsicht vorgetäuscht.

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In den weiteren Fällen in der Zeit von Mai 2020 bis Mai 2021 sei es zu Diebstählen gekommen.

Für den Prozess wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Diebstahls sind sechs Tage vorgesehen.

Update, 16.50 Uhr: Angeklagter gesteht Betrug mit Schlüsseldienst-Trick

Der 44-jährige Angeklagte hat gleich zu Prozessbeginn gestanden. Mit seinem "Schlüsseldienst-Trick" habe er sich Geld ergaunert, gab der Mann am Freitag zu. Er habe bei ihm fremden Wohnungsinhabern geklingelt, sich als angeblicher Nachbar vorgestellt und behauptet, er habe sich gerade ausgesperrt. In einer Vielzahl von Fällen habe er sich Geld für einen Schlüsseldienst geliehen und Rückzahlungsabsicht vorgetäuscht.

In 38 Fällen seien ihm Beträge bis zu 60 Euro geliehen worden, in einem weiteren Fall sei ein Mann misstrauisch geworden und habe Geld verweigert, heißt es in der Anklage. Zudem habe der 44-Jährige in 17 Fällen Geldbörsen gestohlen, wenn er sich in fremden Wohnungen befand. Insgesamt habe er rund 2600 Euro ergaunert.

Der vorbestrafte Angeklagte erklärte weiter, er sei damals ohne festen Wohnsitz gewesen. Er habe mit dem erbeuteten Geld seinen Lebensunterhalt und seine Drogensucht finanziert. Die Taten bereue er sehr und bitte um Entschuldigung. Nach seiner letzten Haftentlassung vor etwa zwei Jahren habe er sich alleingelassen gefühlt, habe sich erneut Drogen gekauft und sei rückfällig geworden.

"Ich möchte von den Drogen loskommen und ein geordnetes Leben führen", so der Angeklagte. Der Prozess wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Diebstahls wird am 1. Oktober fortgesetzt.

Titelfoto: olegdudko / 123 RF

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