Mann tötete Jungen wegen Beinahe-Rempler: Zweiter Prozess bringt härteres Urteil!

Berlin - Eine tödliche Messerattacke gegen einen 13-jährigen Jungen in einem Berliner Park ist in einem neu aufgelegten Prozess als Mord gewertet worden.

Der Junge (†13) starb nach einem Streit in einem Tunnel am Monbijoupark in Berlin-Mitte. (Archivbild)
Der Junge (†13) starb nach einem Streit in einem Tunnel am Monbijoupark in Berlin-Mitte. (Archivbild)  © dpa/Paul Zinken

Das Landgericht der Hauptstadt verhängte gegen den 42-jährigen Angeklagten am Dienstag eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Der Mann, der dem ihm unbekannten Jungen nach gegenseitigen Beleidigungen ein Messer in die Herzgegend gestoßen hatte, war im ersten Prozess zu zwölf Jahren Haft wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden. Diese Entscheidung hatte der Bundesgerichtshof (BGH) auf Revision der Nebenklage aufgehoben.

Der Mann mit türkischer Staatsbürgerschaft und der palästinensische Junge waren sich Ende Oktober 2020 in einem Tunnel unter der S-Bahn am Monbijoupark zufällig begegnet.

Nach Clan-Mord auf den "Maientagen" in der Hasenheide: Urteil gesprochen!
Gerichtsprozesse Berlin Nach Clan-Mord auf den "Maientagen" in der Hasenheide: Urteil gesprochen!

Der 13-Jährige habe auf ein Handy geschaut und die Begleiterin des Angeklagten beinahe angerempelt. Es sei zu einem kurzen Wortwechsel gekommen.

Der Angeklagte habe dann ein Messer gezogen und "auf ein belangloses Alltagsgeschehen maßlos reagiert", sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. Der Mann habe dem Jungen "eine Lektion erteilen" wollen.

Täter verletzte im Monbijoupark auch einen 22-Jährigen schwer

Der 13-Jährige, der als Siebenjähriger mit seiner Familie aus einem Flüchtlingslager in Syrien nach Deutschland geflüchtet war, verstarb noch im Park. Zudem hatte der Angeklagte einen damals 22-jährigen Begleiter des Jungen schwer verletzt.

Staatsanwaltschaft und Nebenklage hatte im jetzigen Prozess auf Mord plädiert. Die Verteidigerin beantragte, die Revision zu verwerfen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: dpa/Paul Zinken

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Berlin: