Nach brutaler Messerattacke auf 18-Jährigen: Angeklagter Polizeianwärter schildert Notwehr

Berlin - Ein Berliner Polizeikommissaranwärter muss sich nach einer beinahe tödlichen Messerstecherei ab Mittwoch (9.15 Uhr) vor dem Landgericht verantworten.

Ab Mittwoch muss sich ein Berliner Polizeikommissaranwärter nach einer beinahe tödlichen Messerstecherei vor dem Landgericht verantworten.
Ab Mittwoch muss sich ein Berliner Polizeikommissaranwärter nach einer beinahe tödlichen Messerstecherei vor dem Landgericht verantworten.  © Sonja Wurtscheid/dpa

Der 21-Jährige soll im Juni 2020 in einer nächtlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen im Volkspark Wilmersdorf einen damals 18-Jährigen niedergestochen haben.

Der junge Mann habe nur durch eine Notoperation gerettet werden können.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des Angeklagten sei zudem ein verbotenes Messer mit zweiseitig geschliffener Klinge sichergestellt worden.

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Die Anklage lautet auf gefährliche Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz.

Für den Prozess sind fünf Verhandlungstage vorgesehen.

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Die Verteidiger des Angeklagten erklärten nach Verlesung der Anklage am Mittwoch, ihr Mandant werde sich nach der Befragung der ersten beiden Zeugen zu den Vorwürfen äußern.

Der 21-Jährige, der mit Freunden unterwegs gewesen sein soll, habe dem Geschädigten mit einem Messer "zweimal kraftvoll in die linke Brustseite gestochen", so die Anklage. Mit dem zweiten Stich habe er das Herz des jungen Mannes nur knapp verfehlt. Der damals 18-Jährige habe nur durch eine Notoperation gerettet werden können.

Als erster Zeuge erklärte der heute 20-jährige Schüler, er habe eigentlich einen Streit schlichten wollen. Es sei wohl um Zigaretten gegangen. Er erkenne den Angeklagten allerdings nicht als jenen Mann wieder, der ihn niedergestochen habe.

Ein damaliger Begleiter und Studienkollege des Polizeianwärters sagte im Prozess, ihm gegenüber habe der Angeklagte erklärt, er habe in Notwehr zugestochen. Der Prozess wird am 30. Juli fortgesetzt.

Update, 18.03 Uhr: Polizeianwärter spricht von Notwehr

Der Angeklagte erklärte am Mittwoch nach der Befragung der ersten beiden Zeugen, er habe in Panik und aus Angst zugestochen.

Der ihm körperlich überlegene Mann sei auf ihn zugekommen. Er habe ihn durch einen Stich in den Arm-Schulterbereich stoppen wollen.

Titelfoto: Sonja Wurtscheid/dpa

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