Nach Clan-Schießerei mit Bushido-Kumpel: Mann kommt vor Gericht

Berlin - Nach einer Schießerei mit mehreren Verletzten muss sich ein 30-Jähriger ab dem heutigen Donnerstag (9.30 Uhr) vor dem Berliner Landgericht verantworten.

Am frühen Morgen des zweiten Weihnachtstages 2020 fielen vor der Einfahrt zu einem Haus an der Stresemannstraße in Kreuzberg Schüsse.
Am frühen Morgen des zweiten Weihnachtstages 2020 fielen vor der Einfahrt zu einem Haus an der Stresemannstraße in Kreuzberg Schüsse.  © Paul Zinken/dpa

Die Anklage lautet auf versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz.

Die Männer, die er Ende Dezember 2020 auf einem Hinterhof an der Streesemannstraße im Stadtteil Kreuzberg angeschossen haben soll, stammen damaligen Medienberichten zufolge aus dem Berliner Clan-Milieu. Einer dieser Männer habe zurückgeschossen.

Wie Bild berichtete, soll auch Veysel Kilic (38), ein langer Vertrauter von Bushido (45) und Clan-Chef Arafat Abou-Chaker (45), an der Schießerei beteiligt gewesen sein

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Weil keiner der Verletzten auf einen Angriff vorbereitet gewesen sei, geht die Staatsanwaltschaft vom Mordmerkmal der Heimtücke aus.

Alle drei Angeschossenen hätten notoperiert werden müssen.

Update, 14 Uhr: Angeklagter beruft sich auf Notwehrlage

Der 30-Jährige berief sich am Donnerstag vor dem Landgericht auf eine Notwehrlage. Er sei geschlagen, mit einer Waffe bedroht und zur Zahlung angeblicher Spielschulden nach einer Pokerrunde einige Zeit zuvor aufgefordert worden, erklärte der Angeklagte. Seine Waffe habe er nur gezogen, weil er keine andere Chance gesehen habe. Er habe nicht töten wollen und auf die Beine geschossen.

Dem 30-Jährigen wird vorgeworfen, er habe "plötzlich und unvermittelt" geschossen. Sieben Kugeln habe er auf zwei Männer abgefeuert, die ihm den Rücken zugewandt hatten. Als sie am Boden lagen, habe er noch zweimal abgedrückt. Auf einen dritten, fliehenden Mann habe er vier Schüsse abgegeben.

Die Angeschossenen wurden teilweise lebensgefährlich verletzt. Einer dieser Männer soll ebenfalls eine Schusswaffe gezogen und den Angeklagten am Bein getroffen haben. Der 30-Jährige wurde kurz nach der Schießerei in Tatortnähe festgenommen. Er befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Sieben weitere Prozesstage sind geplant.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

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