Nach Raser-Crash auf dem Ku'damm: Prozess gegen PS-Protzer

Berlin - Gut ein halbes Jahr nach einem schweren Raserunfall auf dem Kurfürstendamm in Berlin beginnt am kommenden Donnerstag (11. März/9.30 Uhr) der Prozess gegen einen 29-Jährigen.

Der mutmaßliche Raser soll in einem Mietfahrzeug mit 530 PS den Ku'damm mit bis zu 132 Stundenkilometern entlang gebrettert sein.
Der mutmaßliche Raser soll in einem Mietfahrzeug mit 530 PS den Ku'damm mit bis zu 132 Stundenkilometern entlang gebrettert sein.  © Morris Pudwell

Dem Angeklagten werden gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, verbotenes Kraftfahrzeugrennen, gefährliche und schwere Körperverletzung sowie Unfallflucht vorgeworfen, wie das Landgericht am Donnerstag mitteilte.

Der mutmaßliche Raser soll demnach am Abend des 31. August 2020 in einem Mietfahrzeug mit 530 PS den Ku'damm mit bis zu 132 Stundenkilometern entlang gebrettert sein.

Er soll den Wagen auch dann nicht abgebremst haben, als er einen Kleinwagen sah, der die Straße queren wollte. Dessen Fahrerin wurde bei der Kollision lebensgefährlich verletzt. Laut Gericht ist sie dauerhaft gelähmt. Ihre 17-jährige Tochter sei als Beifahrerin schwer verletzt worden.

Die Wucht der Kollision war so stark, dass mehrere parkende Fahrzeuge auch durch herumfliegende Autoteile beschädigt wurden, hieß es. Der Angeklagte soll zusammen mit den weiteren Insassen des Mietautos zu Fuß vom Unfallort geflohen sein.

Der Verdächtige wurde am 2. Oktober gefasst und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Spezialeinsatzkräfte vollstreckten den Haftbefehl in dessen Wohnung im Grunewald. Nach dem Verdächtigen war intensiv gesucht worden. Er soll sich mit mindestens einem weiteren Wagen ein illegales Rennen geliefert haben. Für den Prozess sind zunächst Termine bis Anfang Mai geplant.

Auf dem Kurfürstendamm gab es wiederholt illegale Autorennen. Im Februar 2016 kam es zu einem Zusammenstoß mit einem Jeep, für den die Ampel Grün zeigte. Der Wagen wurde 70 Meter weit geschleudert. Der 69 Jahre alte Fahrer starb noch in seinem Auto.

Einer der Raser ist inzwischen rechtskräftig wegen Mordes verurteilt und sitzt eine lebenslange Haftstrafe ab. Das tödliche Rennen beschäftigt die Gerichte bis heute. Erst in dieser Woche verurteilte das Landgericht den zweiten, inzwischen 29-jährigen Raser wegen versuchten Mordes zu 13 Jahren Haft. Der Verteidiger kündigte eine Revision des Urteils an.

Titelfoto: Morris Pudwell

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