Polizist raste Fabien M. (†21) tot: Zeuge spricht von "Autobahngeschwindigkeit"

Berlin - Im Prozess um die tödliche Kollision eines Funkstreifenwagens mit dem Auto einer jungen Frau in Berlin-Mitte hat ein Augenzeuge von einer Fahrt des Polizisten mit "Autobahngeschwindigkeit" gesprochen.

Ein Feuerwehrmann betrachtet das Unfallauto.
Ein Feuerwehrmann betrachtet das Unfallauto.  © Maurizio Gambarini/dpa

Er habe einen Wagen mit Blaulicht und Martinshorn in einer Stadt noch nie schneller fahren sehen, sagte der 47-Jährige am Donnerstag am vierten Verhandlungstag vor dem Amtsgericht Tiergarten.

Angeklagt ist ein 53-jähriger Hauptkommissar. Der Beamte soll am 29. Januar 2018 auf dem Weg zu einem Einsatz hinter einer Tunnelausfahrt mit überhöhter Geschwindigkeit in den Wagen der 21-Jährigen gekracht sein, die gerade einparken wollte. Die junge Frau starb noch an der Unfallstelle. 

Laut Staatsanwaltschaft wurde bei dem Zusammenstoß eine Geschwindigkeit von 93 Stundenkilometern festgestellt, bei der Tunnelausfahrt seien es noch 130 gewesen. Die Anklage lautet auf fahrlässige Tötung. 

Der Unfall wäre bei angemessener Sorgfalt vermeidbar gewesen.

Der 47-jährige Augenzeuge sagte aus, er habe das Polizeifahrzeug, das nach seiner Einschätzung mit "weit über 100 Stundenkilometern" unterwegs gewesen sei, wie gebannt im Blick behalten. "Dann sah ich das andere Auto, das quer auf der Fahrbahn stand." Ihm sei noch durch den Kopf geschossen: 'Da passiert jetzt was Schlimmes.'"

Die tödliche Kollision hatte große Wellen geschlagen - dabei ging es auch um Ungereimtheiten bei den Ermittlungen. Der Prozess wird am 10. November fortgesetzt.

Titelfoto: Maurizio Gambarini/dpa

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