Prozess um Kopfschuss-Mord in Berlin-Tiergarten: Lebenslange haft gefordert

Berlin - Nach rund 14 Monaten Verhandlung geht der Prozess zum Mord an einem Georgier im Berliner Kleinen Tiergarten in die Endphase.

Angeklagt ist ein Russe, der am 23. August 2019 einen Georgier tschetschenischer Abstammung in der Parkanlage Kleiner Tiergarten erschossen haben soll. (Archivbild)
Angeklagt ist ein Russe, der am 23. August 2019 einen Georgier tschetschenischer Abstammung in der Parkanlage Kleiner Tiergarten erschossen haben soll. (Archivbild)  © Christoph Soeder/dpa

Am Dienstag wurde die Beweisaufnahme geschlossen. Noch am selben Tag wollte ein Vertreter der Bundesanwaltschaft mit seinem Plädoyer beginnen.

Die höchste deutsche Anklagebehörde hatte den Fall wegen des vermuteten politischen Hintergrundes übernommen. Sie geht davon aus, dass der Angeklagte von "staatlichen Stellen der Zentralregierung der Russischen Föderation" beauftragt wurde.

Angeklagt ist ein 56 Jahre alter Russe. Er soll sich am 23. August 2019 auf einem Fahrrad dem Georgier tschetschenischer Abstammung in der Parkanlage Kleiner Tiergarten genähert und diesen erschossen haben.

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Der 40-Jährige, der seit Ende 2016 als Asylbewerber in Deutschland lebte, war von russischen Behörden als Terrorist eingestuft worden.

Der sogenannte Tiergartenmord-Prozess läuft seit Oktober 2020 vor einem Staatsschutzsenat des Berliner Kammergerichts unter strengen Sicherheitsvorkehrungen.

Nun könnte noch vor Weihnachten ein Urteil folgen. Dieses dürfte erhebliche Auswirkungen auf das deutsch-russische Verhältnis haben.

Bundesanwalt: Georgier Opfer eines Auftragsmordes

Die Bundesanwaltschaft hat im Prozess um den Mord an einem Georgier im Kleinen Tiergarten in Berlin eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Außerdem beantragte sie am Dienstag vor dem Berliner Kammergericht, im Falle der Verurteilung des angeklagten Russen die besondere Schwere der Schuld festzustellen.

Es handele sich um eine politisch motivierte Tag, sagte Bundesanwalt Nikolaus Forschner in seinem mehrstündigen Plädoyer, das er gemeinsam mit seinem Kollegen Lars Malskies hielt. Der Angeklagte habe auf deutschem Boden einem "staatlichen Tötungsauftrag" Folge geleistet.

Die höchste deutsche Anklagebehörde hatte den Fall wegen des vermuteten politischen Hintergrundes übernommen.

Diesen sieht sie nach rund 14 Monaten Verhandlung bestätigt. Bei der Tat am 23. Augst 2019 in der Parkanlage Kleiner Tiergarten sei es um Vergeltung gegangen - für die Beteiligung des Georgiers am zweiten tschetschenischen Krieg und dessen "Feindschaft zum russischen Staat". Der Angeklagte habe sich «in den Dienst einer Mission» gestellt.

Aktualisiert: 7. Dezember, 18.47 Uhr

Titelfoto: Christoph Soeder/dpa

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