Schülerin (†15) an Rummelsburger Bucht ermordet: Jetzt sprechen die Polizisten!

Berlin - Der mutmaßliche Mörder einer 15 Jahre alten Schülerin an der Rummelsburger Bucht in Berlin hatte sich nach der Tat zur Polizei begeben und erklärt, es sei etwas Schlimmes passiert. Das schilderten mehrere Polizisten am Dienstag im Prozess gegen den 42-jährigen Angeklagten am Landgericht.

Zwei Polizisten stehen vor einem Flatterband in Berlin-Rummelsburg.
Zwei Polizisten stehen vor einem Flatterband in Berlin-Rummelsburg.  © Morris Pudwell

Der Mann sei in Begleitung eines Rechtsanwalts erschienen, so ein 52-jähriger Beamter. Sie hätten gemeldet, "dass mindestens eine Person verletzt worden sei".

Der Angeklagte habe dann zur Leiche geführt und nach dem Fund erklärt, dass er ein Weiterleben nicht verdiene. Konkrete Angaben zu dem Verbrechen auf einer Brache an der RummelsburgerBucht habe er aber nicht gemacht.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Schülerin, die von einem Treffen mit Freundinnen gekommen sei, den Mann in der Nacht zum 5. August 2020 zunächst freiwillig begleitet habe. Der Deutsche habe das Opfer dann zu Boden gebracht und in ein Gebüsch gezerrt.

Nach einer versuchten Vergewaltigung soll er die Schülerin aus Angst vor Entdeckung und Strafverfolgung getötet haben. Zu Prozessbeginn vor knapp zwei Wochen schwieg der Angeklagte.

Wenige Stunden nach dem Verbrechen war er bei der Polizei erschienen. Der Mann habe zunächst ruhig gewirkt und seinen Anwalt reden lassen, schilderten mehrere Polizisten als Zeugen.

Angeklagter soll "abgeklärt" gewirkt haben

Der Angeklagte führte die Beamten zur Leiche. Er hatte das Mädchen zu Boden gebracht und in ein Gebüsch an der Rummelsburger Bucht gezerrt. (Archivbild)
Der Angeklagte führte die Beamten zur Leiche. Er hatte das Mädchen zu Boden gebracht und in ein Gebüsch an der Rummelsburger Bucht gezerrt. (Archivbild)  © Paul Zinken/dpa

"Es schien so, als wollten sie nicht richtig erzählen, was los ist", sagte einer der Beamten. Es sei von einer "Dummheit" und von einer "schweren Straftat" die Rede gewesen. "Der Anwalt druckste rum."

Auf der Fahrt zur Rummelsburger Bucht habe der Angeklagte zunächst "abgeklärt" gewirkt. Als sie die Tote entdeckt hatten, habe er "gezittert und erklärt, man solle ihn am besten gleich erschießen".

Der Angeklagte ist laut Staatsanwaltschaft bereits vielfach strafrechtlich in Erscheinung getreten. In einem Verfahren wegen Vergewaltigung sei er 2001 wegen Schuldunfähigkeit aufgrund einer Erkrankung freigesprochen, aber in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht worden.

2014 sei er in einem Gutachten als nicht mehr gefährlich eingestuft und entlassen worden. Eine Anwältin der Nebenklage hatte am Rande angekündigt, im Prozess sei auch zu klären, warum der Mann "frei und völlig unkontrolliert" gewesen sei. Die Verhandlung wird am 16. Februar fortgesetzt.

Titelfoto: Morris Pudwell

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