Renter-Paar um Millionen-Haus gebracht? Prozess-Auftakt gegen zwei Abou-Chakers

Berlin - Weil sie ein älteres Paar mit Fälschungen um eine Immobilie im Wert von rund drei Millionen Euro gebracht haben sollen, kommen vier mutmaßliche Betrüger von Freitag an (13 Uhr) vor das Berliner Landgericht.

Der Eingang vom Kriminalgericht Moabit. (Archivbild)
Der Eingang vom Kriminalgericht Moabit. (Archivbild)  © Fabian Sommer/dpa

Zwei der 35- bis 55-Jährigen sollen der bekannten arabischstämmigen Großfamilie der Abou-Chakers angehören.

Die Angeklagten sollen zwischen Mai und November 2019 gefälschte Verkaufsunterlagen eingereicht und die Übertragung eines mit einem Mehrfamilienhaus bebauten Grundstücks im Stadtteil Friedrichshain auf eine von ihnen gegründete GmbH erwirkt haben.

Durch Täuschung der Grundbuchbeamten sei der vermeintliche Verkauf im Grundbuch eingetragen worden.

Update, 17.23 Uhr: Angeklagte schweigen

Die vier Männer –zwei Brüder, die einer arabischstämmigen Großfamilie angehören sollen, sowie einen Rechtsanwalt und einen Kaufmann – im Alter von 35 bis 55 Jahren haben am Freitag nach Verlesung der Anklage zu den Vorwürfen zunächst geschwiegen.

Den mutmaßlichen Schwindel sollen die Angeklagten sowie ein gesondert verfolgter Mann ab Mai 2019 eingefädelt haben. Ziel sei es gewesen, sich die Immobilie – ein mit einem Mehrfamilienhaus in Berlin-Friedrichshain bebautes Grundstück – mit Fälschungen zu verschaffen und anschließend für sechs bis sieben Millionen Euro weiterzuverkaufen, heißt es in der Anklage. Die 35- und 36-jährigen Brüder hätten im Fall eines realisierten Gewinns 50 Prozent erhalten sollen.

Mit gefälschten Unterlagen sollen die Angeklagten die Übertragung der Immobilie auf eine von ihnen eigens für diesen Zweck gegründete GmbH erwirkt haben. Durch Täuschung der Grundbuchbeamten sei im November 2019 im Grundbuch der vermeintliche Verkauf eingetragen worden und das Eigentum dadurch übergegangen, so die Anklage.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass ein gesondert verfolgter Notar im Juli 2019 einen vermeintlichen Verkauf zu einem Preis von 250 000 Euro beurkundet habe. Der angeklagte Rechtsanwalt sei bei der Beurkundung als vollmachtloser Vertreter der damals jeweils knapp 80-jährigen Eheleute aufgetreten. Die Senioren hätten keinerlei Kenntnis von den Vorgängen gehabt, so die Staatsanwältin. Die Anklage lautet auch auf Urkundenfälschung und mittelbare Falschbeurkundung.

Drei der Männer wurden im Dezember 2020 während einer Razzia im Clan-Milieu festgenommen und befinden sich seitdem in Haft. Im Grundbuch stehe zwar noch die Grundbesitzgesellschaft als angebliche Eigentümerin der Immobilie, die Staatsanwaltschaft habe das Haus allerdings gesichert, hieß es am Rande. Der Prozess wird am 21. Mai fortgesetzt.

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

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