Schüler missbraucht und gefilmt? Schwimmlehrer gesteht teilweise

Berlin - Weil er als Schwimmlehrer in einem Fitnesscenter zwei seiner jungen Schüler sexuell missbraucht haben soll, muss sich ein 50-Jähriger ab Freitag (9.15 Uhr) vor dem Berliner Landgericht verantworten.

Zwei junge Schwimmschüler sollen 2019 sexuell missbraucht worden sein. (Symbolbild)
Zwei junge Schwimmschüler sollen 2019 sexuell missbraucht worden sein. (Symbolbild)  © Christoph Soeder/dpa

Einer der Jungen sei elf Jahre alt gewesen, als es 2019 zu sexuellen Übergriffen gekommen sei.

Der Angeklagte soll das Geschehen teilweise gefilmt haben. Später soll er in zwei Fällen versucht haben, einen der betroffenen Jungen einzuschüchtern, um ihn von belastenden Aussagen gegenüber der Polizei abzuhalten.

Die Anklage lautet unter anderem auf sexuellen Missbrauch von Kindern, Herstellung kinderpornografischer Schriften und versuchte Nötigung.

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Update, 15.13 Uhr: Schwimmlehrer gesteht teilweise

Der Angeklagte verdeckt mit Papierbögen sein Gesicht. Der 50 Jahre alte Mann muss sich seit heute vor Gericht unter anderem wegen sexuellen Übergriffen an Kindern verantworten.
Der Angeklagte verdeckt mit Papierbögen sein Gesicht. Der 50 Jahre alte Mann muss sich seit heute vor Gericht unter anderem wegen sexuellen Übergriffen an Kindern verantworten.  © Paul Zinken/dpa

Der Berliner Schwimmlehrer hat vor dem Landgericht teilweise gestanden. Er habe in einigen Situationen die Grenze überschritten, erklärte der 50-Jährige am Freitag zu Prozessbeginn.

Einen Elfjährigen habe er in zwei Fällen "für wenige Sekunden" im Intimbereich berührt. Dies sei nicht geplant gewesen. Weitere ihm vorgeworfene sexuelle Handlungen wies der Angeklagte zurück. Es treffe auch nicht zu, dass er im Zuge des Verfahrens einen der Jungen einschüchtern wollte, sagte er.

Laut Anklage hatte der 50-Jährige die Kinder als Schwimmlehrer kennengelernt. Im Fall des Elfjährigen soll es zwischen April und Juni 2019 in einer Sauna, seiner Wohnung sowie einem Thermalbad zu drei sexuellen Übergriffen gekommen sein.

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Zudem habe er seinen damaligen Schwimmschüler in einer Umkleidekabine im Fitnesscenter heimlich fotografiert. Einen damals neunjährigen Schüler soll er 2020 in seiner Wohnung missbraucht und fotografiert haben.

Der Angeklagte, der damals in einem Fitnesscenter angestellt war, gab heimliche Aufnahmen zu. "Ich wollte einen Schnappschuss beim Umkleiden machen und habe mein Handy nur in seine Richtung gehalten", so der 50-Jährige.

"Ich fühle mich sexuell nicht zu Kindern hingezogen"

Der seit rund sechs Monaten inhaftierte Angeklagte erklärte weiter, er habe sich um die beiden Jungen über den Schwimmunterricht hinaus gekümmert.
Der seit rund sechs Monaten inhaftierte Angeklagte erklärte weiter, er habe sich um die beiden Jungen über den Schwimmunterricht hinaus gekümmert.  © Paul Zinken/dpa

Er habe nicht weiter nachgedacht. Den Neunjährigen habe er fotografiert, als er nackt schlief. Zu intimen Berührungen und Fotos sei es "aus der Situation heraus" gekommen. "Ich fühle mich sexuell nicht zu Kindern hingezogen", so der Mann.

Die Anklage lautet unter anderem auf sexuellen Missbrauch von Kindern und Herstellung kinderpornografischer Schriften. Zudem muss sich der 50-Jährige wegen versuchter Nötigung verantworten.

Er soll Anfang 2021 in zwei Fällen versucht haben, einen der betroffenen Jungen einzuschüchtern, um ihn von belastenden Aussagen gegenüber der Polizei abzuhalten.

Der seit rund sechs Monaten inhaftierte Angeklagte erklärte weiter, er habe sich um die beiden Jungen über den Schwimmunterricht hinaus gekümmert.

Ein "freundschaftliches Verhältnis" habe auch zu den Eltern der Kinder bestanden. Der Prozess geht am 23. August weiter.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

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