Studentin verhökerte kranke Welpen für Karibik-Urlaub: So urteilt das Gericht

Aktualisiert: 23. November, 14.24 Uhr

Berlin - Viel zu jung und nicht geimpft waren die Hunde: Wegen illegalen Handels mit Welpen ist eine Frau zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Am Dienstag startet der Gerichtsprozess gegen eine 25 Jahre alte Frau. (Symbolbild)
Am Dienstag startet der Gerichtsprozess gegen eine 25 Jahre alte Frau. (Symbolbild)  © Paul Zinken/dpa

Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten sprach die 25-Jährige am Dienstag des Betrugs in 25 Fällen, des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz sowie der Urkundenfälschung schuldig.

Die Einziehung von Wertersatz in Höhe von rund 8600 Euro wurde angeordnet. Außerdem soll die Angeklagte über einen Zeitraum von drei Jahren monatlich 50 Euro zur Schadenswiedergutmachung zahlen.

Gewerbsmäßig, hochprofessionell und gefühlskalt habe die Angeklagte gehandelt, sagte die Vorsitzende Richterin. 25 Welpen, die nicht tierärztlich untersucht oder behandelt waren, habe die Frau zwischen Februar 2019 und Juni 2020 aus Polen nach Berlin gebracht.

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Sie habe damit Tierleid verursacht. 17 der Welpen seien kurz nach dem Verkauf gestorben. Gutgläubige Käufer hatten laut Anklage für einen Hund zwischen 300 und 450 Euro gezahlt.

Teilweise seien Erwerbern gefälschte Nachweise über Impfungen vorgelegt worden.

Angeklagte gab das Geld für Karibik-Reise und Schönheitsoperationen aus

Die 25 Jahre alte Studentin verdiente sich eine goldene Nase auf Kosten leidender Hundewelpen. (Symbolbild)
Die 25 Jahre alte Studentin verdiente sich eine goldene Nase auf Kosten leidender Hundewelpen. (Symbolbild)  © unsplash/Vander Films

Die Angeklagte hatte gestanden und Bedauern geäußert. Anfang 2019 habe sie erstmals kleine Hunde auf einem Markt in Polen erworben.

Am Anfang sei sie mit den Welpen bei einem Tierarzt gewesen. "Dann nicht mehr, weil viele Fragen gestellt wurden", erklärte die Studentin.

Das eingenommene Geld habe sie für zwei Reisen in die Karibik und für Schönheitsoperationen ausgegeben. "Ich hatte psychische Probleme mit meinem Aussehen", so die 25-Jährige.

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Eine Polizeibeamtin sagte im Prozess, die verkauften Tiere seien zum Teil erst sechs Wochen alt gewesen und damit viel zu früh von den Muttertieren getrennt worden.

In der Wohnung der Angeklagten in Berlin-Hohenschönhausen habe man in der Küche einen stark verschmutzten Welpenverschlag entdeckt.

Die Frau habe die Hunde über das Internet angeboten und dabei mit Alias-Namen agiert.

Das Gericht berücksichtigte das Geständnis der Frau strafmildernd. Das Urteil entsprach im wesentlichen dem Antrag des Staatsanwalts. Auch die Verteidigerin hatte auf eine Bewährungsstrafe plädiert.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

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