Nun also doch: Prozess gegen mutmaßlichen KZ-Wachmann (101) wird fortgesetzt

Brandenburg/Havel - Der Prozess gegen einen mutmaßlichen früheren SS-Wachmann (101) im Konzentrationslager Sachsenhausen wird nach einer längeren Erkrankung des hochbetagten Angeklagten am kommenden Montag fortgesetzt.

Der 101-Jährige wird beschuldigt, als damaliger Wachmann im Konzentrationslager Sachsenhausen Beihilfe zum Mord an mindestens 3518 Häftlingen geleistet zu haben.
Der 101-Jährige wird beschuldigt, als damaliger Wachmann im Konzentrationslager Sachsenhausen Beihilfe zum Mord an mindestens 3518 Häftlingen geleistet zu haben.  © Fabian Sommer/dpa

Der Angeklagte sei wieder verhandlungsfähig, teilte das Landgericht Neuruppin am Donnerstag mit. Daher könne am Montag voraussichtlich die Beweisaufnahme in dem seit Oktober laufenden Prozess gegen den 101-Jährigen geschlossen werden.

Ob die Staatsanwaltschaft nach einer Schließung der Beweisaufnahme bereits am Montag plädieren könne, werde sich erst dann entscheiden, teilte Gerichtssprecherin Iris le Claire mit.

Dies hänge unter anderem von der gesundheitlichen Situation des Angeklagten ab, der nur wenige Stunden pro Tag verhandlungsfähig ist. Als weiterer Verhandlungstag ist der kommende Dienstag angesetzt.

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In dem seit Oktober laufenden Prozess wurde zuletzt am 25. März verhandelt. Der 101-Jährige ist angeklagt, als damaliger Wachmann in dem KZ von 1942 bis 1945 Beihilfe zum Mord an mindestens 3518 Häftlingen geleistet zu haben.

Der Angeklagte hat bislang bestritten, in dem KZ überhaupt tätig gewesen zu sein. Allerdings ist die Tätigkeit eines SS-Wachmanns im KZ mit seinem Namen, Geburtsdatum und -ort durch zahlreiche Dokumente belegt. Der Prozess vor dem Landgericht Neuruppin wird aus organisatorischen Gründen in einer Sporthalle in Brandenburg/Havel geführt.

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

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