Schwangere Frau und ungeborenes Baby sterben bei Horror-Crash: Todraser wegen Mordes vor Gericht

Neuruppin - Nach einem Verkehrsunfall mit zwei Toten und zwei Verletzten muss sich ein 24-Jähriger vom kommenden Dienstag an wegen Mordes vor dem Landgericht Neuruppin verantworten.

In dem entgegenkommenden Fahrzeug wurden zwei Frauen im Alter von 32 und 28 Jahren getötet.
In dem entgegenkommenden Fahrzeug wurden zwei Frauen im Alter von 32 und 28 Jahren getötet.  © Julian Stähle

Das teilte das Gericht am Mittwoch mit. Der 24-Jährige aus Hohen-Neuendorf soll laut Anklage im Juli 2021 mit seinem 510 PS starken Auto auf einer Bundesstraße im Mühlenbecker Land (Oberhavel) mit überhöhter Geschwindigkeit in einer Kurve auf die Gegenfahrbahn geraten und mit einem entgegenkommenden Wagen zusammengestoßen sein.

Der Deutsche soll bei dem Unfall am Samstagabend des 10. Juli betrunken gewesen sein.

In dem entgegenkommenden Fahrzeug wurden zwei Frauen im Alter von 32 und 28 Jahren getötet. Die Jüngere war nach Angaben der Polizei im sechsten Monat schwanger, auch das ungeborene Kind überlebte den Unfall nicht. Ein Mann und eine weitere Frau in dem Fahrzeug wurden schwer verletzt.

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Der Angeklagte und sein Beifahrer sollen nach den Angaben der Staatsanwaltschaft versucht haben, vom Unfallort zu flüchten. Sie waren aber wenig später von der Polizei gefasst worden.

Nachdem ein Sachverständiger die Daten des Fahrzeugcomputers im Unfallauto ausgewertet hatte, war der Fahrer im April in Untersuchungshaft genommen worden.

Der Mann war betrunken mit seinem 520-PS-Mercedes unterwegs

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 24-Jährigen Mord, versuchten Mord, verbotene Kraftfahrzeugrennen und unerlaubtes Entfernen vom Unfallort vor. Laut Anklage soll es dem Mann darum gegangen sein, "die höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen, um seinem Beifahrer die Leistungsfähigkeit des Fahrzeugs zu demonstrieren", teilte das Gericht mit.

"Dabei soll er in Kauf genommen haben, eine Kollision und den Tod anderer Verkehrsteilnehmer zu verursachen." Für den Prozess sind fünf Verhandlungstermine bis zum 8. November anberaumt.

Titelfoto: Julian Stähle

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