Chemnitzer Arzt wollte Zigaretten kaufen, doch da lief einiges schief

Chemnitz - Rauchen gefährdet die Gesundheit: Der Chemnitzer Arzt Horst P. (58) wollte im Edeka in der Paul-Bertz-Straße Zigaretten kaufen. Doch er nahm keinen Einkaufswagen, wie es die Corona-Auflagen erfordert hätten. Als Supermarkt-Mitarbeiterin Andrea B. (44) sich ihm in den Weg stellte, wurde der Doktor handgreiflich.

Der Edeka-Markt im Heckert-Gebiet hat regelmäßig mit Einkaufswagen-Verweigerern zu kämpfen.
Der Edeka-Markt im Heckert-Gebiet hat regelmäßig mit Einkaufswagen-Verweigerern zu kämpfen.  © haertelpress/Harry Haertel

Das Amtsgericht Chemnitz sprach den Arzt schuldig, die Frau gewaltsam zur Seite geschoben zu haben, um sich seinen Weg in den Markt zu bahnen.

Zwei Kunden und drei Security-Mitarbeiter gingen dazwischen, schafften ihn nach draußen. Auf dem Parkplatz beschimpfte Horst P. diese unter anderem als "Verbrecher".

"Die Frau hat sich vor mich hingestellt und mich angefasst. Da hatte ich Angst vor einer Corona-Ansteckung", behauptete der Angeklagte.

Staatsanwalt Metzger hielt es für unlogisch, dass er sich als Reaktion darauf an ihr vorbeischob. Andrea B. habe sich bei dem Angriff an Schulter und Hand verletzt. "Ich hab jetzt noch Angst, dass wieder ein Kunde ausflippt", sagte sie als Zeugin aus.

Amtsrichter Kai Schüler (56) fand kein Verständnis für das Verhalten des Einkaufswagen-Verweigerers: "Ich hätte Sie als Marktleiter auch rausschmeißen lassen."

Arzt Horst P. (58) weigerte sich mit Gewalt, einen Einkaufswagen zu benutzen.
Arzt Horst P. (58) weigerte sich mit Gewalt, einen Einkaufswagen zu benutzen.  © haertelpress/Harry Haertel

Er verurteilte Horst P. zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 66 Euro.

Der Edeka-Markt hatte ihm zuvor lebenslanges Hausverbot erteilt.

Titelfoto: haertelpress/Harry Haertel

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Chemnitz:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0