Landwirt ließ jahrelang Gülle in Dorfbach fließen

Chemnitz/Brand-Erbisdorf - Über ein Jahr ließ Albert G. (59) zu, dass Abwasser seiner Milchviehanlage in den Dorfbach geflossen ist. Für die nachweisliche Verunreinigung des Gewässers muss der Landwirt und Chef eines Agrarbetriebes jetzt tief ins Portmonee greifen. 

Als Chef eines Agrarbetriebs ist Albert G. (59) für die Gewässerverschmutzung eines Baches verantwortlich.
Als Chef eines Agrarbetriebs ist Albert G. (59) für die Gewässerverschmutzung eines Baches verantwortlich.  © Haertelpress

Vor dem Landgericht Chemnitz ging es um zwei Anklagen wegen Versuchs beziehungsweise fahrlässiger Gewässerverunreinigung. Zwischen 2014 und 2018 soll das Wasser von der Abwasseranlage im Innenhof über einen Graben in den Bach gelangt sein.

Anwohner registrierten den illegalen Ablauf als gelblich-braune, stinkende Brühe. "Über ein Jahr war der Straftatbestand erfüllt", so der Richter. Proben des Landratsamtes Mittelsachsen konnte einen Abwasserpilz samt darin enthaltenden Ammonium nachweisen. 

Flora und Faune seien durch Pilze und Fäkalien laut Richter gefährdet worden.

Seit 2014 gab es seitens der Behörden Aufforderungen, das Problem in den Griff zu bekommen. Doch Albert G. reagierte nicht. Ob er oder ein Mitarbeiter des Betriebs das Wasser wissentlich in den Bach geleitet hat, wollte er nicht sagen.

Durch die illegale Wasserableitung gelangten Pilze, Gülle und Fäkalien in den Dorfbach.
Durch die illegale Wasserableitung gelangten Pilze, Gülle und Fäkalien in den Dorfbach.  © Uwe Meinhold
Der Angeklagte betrieb eine Milchviehanlage nahe Brand-Erbisdorf.
Der Angeklagte betrieb eine Milchviehanlage nahe Brand-Erbisdorf.  © Uwe Meinhold

Nach einem Gespräch zwischen Staatsanwalt und Verteidigung wurden die Berufungen zurückgezogen und das Urteil vom Amtsgericht Freiberg bestätigt. Der Viehwirt muss jetzt 4000 und 12.000 Euro zahlen. Mittlerweile wurde die Rinderhaltung beendet. 

Titelfoto: Haertelpress, Uwe Meinhold

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