Neue Puzzle-Stücke im Chemnitzer Doppelmord-Prozess

Chemnitz - Seit knapp zwei Monaten verhandelt das Landgericht Chemnitz wegen Mordes gegen den Vietnamesen Quoc Hung N. (53). Am 30. Juli 1995 soll er zwei Landsleute (16, 23) in deren Wohnung mit einem Kabel erdrosselt haben.

Soll zwei Landsleute brutal mit einem Kabel erdrosselt haben: Quoc Hung N. (53).
Soll zwei Landsleute brutal mit einem Kabel erdrosselt haben: Quoc Hung N. (53).  © Haertelpress

Am fünften Verhandlungstag lieferten Zeugen weitere Puzzle-Stücke. Phan H. (53) war damals Textilhändler in der Reichsstraße. Mit einem der Opfer war er befreundet.

Von ihm habe er gehört, dass der Angeklagte "20 Leute aus Leipzig nach Chemnitz schicken wollte, um die Händler zu bearbeiten." Mit Brüdern leitete N. einen Großhandel in der Messestadt. Was mit "bearbeiten" gemeint war, konnte H. nicht sagen.

Womöglich ging es um Schutzgelderpressungen im Bereich des illegalen Zigarettenhandels. Zudem hätte Quoc Hung N. 9000 Mark Schulden bei einem der Opfer gehabt, die er nicht zurückzahlen wollte.

Dieses Motiv nannte bereits die Staatsanwaltschaft. Das Gericht versucht unterdessen die Eltern der getöteten Brüder ausfindig machen. Sie sollen aktuell in Hanoi leben.

Bis 12. August sind zehn weitere Verhandlungstage angesetzt. Quoc Hung N. schweigt nach wie vor zu den Mordvorwürfen. Ihm droht lebenslange Haft. 

Titelfoto: Haertelpress

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Chemnitz:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0