Hitler-Grüße und Bierkrugwurf am Polterabend, jetzt droht Knast

Chemnitz - Viele Scherben bringen Ehe-Glück - so der Brauch beim Polterabend. Toni H. (30) ist bei einer Party in Eppendorf (Mittelsachsen) übers Ziel hinausgeschossen. Er soll mit einem Bierglas nach einem Gast geworfen haben. Dafür muss er sich vor dem Landgericht Chemnitz verantworten.

Muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Chemnitz verantworten: Toni H. (30).
Muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Chemnitz verantworten: Toni H. (30).  © Harry Härtel

Mehrere Fassbiere und zehn "Kurze" hatte Toni H. nach eigenen Angaben an jenem Abend im Juli 2017 getrunken. Als Kollege der Zukünftigen war er eingeladen.

Die Situation eskalierte gegen Mitternacht. H. geriet laut Anklage mit anderen Gästen aneinander. "Ich war stark betrunken, kann mich nicht mehr erinnern", schob er jede Schuld von sich.

Zeugen wussten mehr: "Der Angeklagte bepöbelte Herrn F. (Mann des Opfers, d. Red.). Offenbar hatte er sich von seinem St.-Pauli-Trikot gestört gefühlt. Wenig später habe ich die Wurfbewegung wahrgenommen", sagte der Zeuge (32), der die Situation aus kurzer Entfernung beobachtete.

Außerdem seien die Worte "Heil Hitler" und "Sieg Heil" gefallen. Als die Betroffene die Party mit ihrem Mann verlassen wollte, soll H. mit einem Bierkrug nach ihr geworfen haben. Sie erlitt eine Platzwunde an der Augenbraue. Krankheitsbedingt konnten Opfer und Ehemann nicht aussagen.

Das Urteil soll nun im September fallen. Toni H. drohen unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung neun Monate Haft und die Zahlung eines Schmerzensgeldes. 

Titelfoto: Harry Härtel

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