Liebesschwindler will nicht in den Knast: Warum er trotzdem eine Haftstrafe bekommt

Chemnitz - Obwohl Liebesschwindler Rene H. (49) schon mit beiden Beinen im Knast steht, wollte er im Berufungsverfahren am Landgericht Chemnitz um die Haftstrafe feilschen. Vom Staatsanwalt gab's dafür eine ordentliche Standpauke.

Liebesbetrüger Rene H. (49) muss in den Knast.
Liebesbetrüger Rene H. (49) muss in den Knast.  © Haertelpress

Das Vorstrafenregister des Rodewischers hat es in sich: 28 Einträge, davon der Großteil wegen Betrugs und Fahrens ohne Fahrerlaubnis. 

Um an Geld zu kommen, waren dem geschiedenen Familienvater fast alle Mittel recht. So köderte er die gleichaltrige Nicole M. in einem Dating-Portal, gab vor, sich in sie verliebt zu haben.

Doch Rene H. spielte nur eine Rolle. Er war der Geschäftsmann, sie die potenzielle Geldgeberin. 

Anfang 2018 kam es zum ersten Treffen. Später forderte der Angeklagte immer wieder Geldbeträge zwischen 200 und 500 Euro, weil seine Konten wegen einer Steuerprüfung angeblich gesperrt seien. 

Insgesamt flossen knapp 7500 Euro auf sein Konto. Davon besorgte sich der Betrüger meist Mietwagen, die er ohne Führerschein fuhr.

Wegen 15-fachen gewerbsmäßigen Betrugs gab's am Amtsgericht Chemnitz anderthalb Jahre ohne Bewährung. Sogar sein Anwalt plädierte auf diese Strafe. Trotzdem ging H. in Berufung. 

Der Staatsanwalt: "Es gab ein Rechtsgespräch. Wie können Sie nur glauben, dass Sie hier weniger bekommen!" Der Betrüger gab klein bei und akzeptierte das Urteil: "Jetzt passiert nichts mehr."

Titelfoto: Haertelpress

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Chemnitz:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0