Doppelmord im Mafia-Milieu: "Hartz IV wäre diesen Leuten zu wenig gewesen"

Chemnitz - Hat Vietnamese Quoc Hung N. (53) zwei Landsleute auf dem Gewissen? Dieser Frage geht aktuell das Landgericht Chemnitz nach. Am Mittwoch sagte die Ex-Schwägerin des Angeklagten aus.

Am 30. Juli 1995 soll Quoc Hung N. (53) ein vietnamesisches Brüderpaar mit einem Elektrokabel erdrosselt haben.
Am 30. Juli 1995 soll Quoc Hung N. (53) ein vietnamesisches Brüderpaar mit einem Elektrokabel erdrosselt haben.  © Haertelpress/Harry Härtel

Erika H. (56, Name geändert) war bis 2002 mit dem Bruder des Angeklagten verheiratet. 

Sie gab einen Einblick in Familie N.: "Es sind vier Brüder. Bis 1995 hatten sie einen Großhandel für Bekleidung in Leipzig." 

Von illegalen Zigarettengeschäften, wie sie von Vietnamesen in den 1990ern betrieben wurden, wusste die Zeugin nichts. Ausschließen wollte sie den Gedanken nicht: "Hartz IV wäre diesen Leuten zu wenig gewesen. Die Familie lebte auf großem Fuß." 

Ab 1995, dem Tatjahr, sei ihr Mann in Vietnam und Deutschland untergetaucht. H. sagte verängstigt: "Mein Mann war manipulativ und seine Brüder sehr impulsiv."Quoc Hung N. schweigt zu den Mordvorwürfen. 

Laut Anklage hatte er in einer Wohnung in der Zinzendorfstraße zwei Brüder (16, 23) mit einem Kabel erdrosselt. Motive sollen Schutzgeldgeschäfte und Schulden gewesen sein. 

Die Tat passierte in der Zinzendorfstraße in Chemnitz.
Die Tat passierte in der Zinzendorfstraße in Chemnitz.  © Haertelpress/Harry Härtel
Bis 12. August sind Verhandlungstermine angesetzt. 

Titelfoto: Haertelpress/Harry Härtel

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