Erzgebirger verkloppt Omas Erbe für zwei Kalaschnikows

Chemnitz/Marienberg - Irrer Fall am Amtsgericht Chemnitz: Waffennarr Steve H. (29) aus Marienberg bestellte sich im Darknet mehrere Schusswaffen und Munition, darunter zwei Kalaschnikows.

Steve H. (29) wollte wissen, wie sich das Ballerspiel "Call of Duty" in "echt" anfühlt.
Steve H. (29) wollte wissen, wie sich das Ballerspiel "Call of Duty" in "echt" anfühlt.  © haertelpress / Harry Härtel

Angeblich wollte er sie in seinem Garten testen. Allerdings geriet er im Netz an Betrüger - und verdeckte Polizeiermittler. "Ich wollte im Garten auf Wasserkanister und Büchsen ballern", sagte Steve H. Für sein irres Vorhaben hat er seine ganzen Ersparnisse in den Sand gesetzt - einschließlich Bausparvertrag und Erbe von Oma!

Sieben Mal bestellte H. im sogenannten Darknet. Seine Favoriten: Pistolen der Marke Glock, Kalaschnikows und Schalldämpfer. Mit der Lieferung gab's allerdings Probleme, weswegen der Angeklagte immer wieder Bestellungen aufgab (Gesamtwert: 35.000 Euro). Schließlich ging er bei einer Waffenübergabe in Zschopau verdeckten Fahndern ins Netz.

Das Motiv war für das Gericht absolut nicht nachvollziehbar. Die Staatsanwältin brachte den Amoklauf von Christchurch am 15. März 2019 ins Spiel. Zu dieser Zeit war der Angeklagte aktiv und genauso alt wie der australische Attentäter.

Steve H.s Lebenslauf war jedoch unauffällig. Er verfolgte keine Ideologien, konsumierte ab und an Crystal und Marihuana. Zwangsstörungen, unter denen der Marienberger leidet, hätten laut Gutachter keinen Einfluss auf die Tat gehabt.

Das Schöffengericht urteilte also im Zweifel für den Angeklagten. Steve H. erhielt eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. "Ich hoffe, dass Sie uns nicht getäuscht haben", so die Richterin. 

Titelfoto: haertelpress / Harry Härtel

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