Chemnitz: Post-Mafia-Chefs werden jetzt dem Knast zugestellt

Chemnitz - Zwei Bandenköpfe der Post-Mafia müssen mehrere Jahre hinter Gitter. Die Große Strafkammer des Landgerichts Chemnitz ist überzeugt, dass sie als Teil einer siebenköpfigen Bande im Raum Mittelsachsen Briefkästen geknackt und Rechnungen zu ihren Gunsten gefälscht haben.

Die Angeklagten und ihre Verteidiger sorgten für einen vollen Gerichtssaal.
Die Angeklagten und ihre Verteidiger sorgten für einen vollen Gerichtssaal.  © Haertelpress/Harry Härtel

Im November 2019 haben Silke J. (39) und Marco J. (41) den Betrugs-Plan geschmiedet und sich mit fünf Komplizen zu einer Bande zusammengeschlossen (TAG24 berichtete). Ihr Ziel: Rechnungspost aus Briefkästen.

Diese wurde geöffnet und anschließend Kontodaten gefälscht. Die Empfänger der Briefe überwiesen ihre offenen Zahlungen nicht an Versicherungen, Banken oder Gewerbetreibende, sondern direkt auf die Konten der Post-Mafia. Schadenssumme: rund 190.000 Euro.

Die Staatsanwaltschaft konnte den Zahlungsverkehr genau verfolgen und die Betrugsmasche nachweisen. Rädelsführer Marco J. erhielt mit drei Jahren und zehn Monaten Haft die höchste Strafe, weil er 84 Dokumente fälschte und 52-fachen gewerbsmäßigen Bandenbetrug beging. Komplizin Silke J. erhielt drei Jahre Haft.

Die anderen Mitglieder (21 - 43) kamen mit Freiheitsstrafen zwischen sieben und 22 Monaten Haft auf Bewährung davon.

Titelfoto: Haertelpress/Harry Härtel

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