Erbstreit: Onkel kommt nach Brand-Katastrophe wegen versuchten Totschlags vor Gericht

Amtsberg/Chemnitz - Er soll einen Dreiseitenhof in Brand gesteckt und seinen Neffen mit Fäusten und einem Pfahl attackiert haben: Ein 63-Jähriger muss sich nach einem verheerenden Feuer in Amtsberg (Erzgebirgskreis) vorigen Sommer ab Montag (12 Uhr) vor dem Landgericht Chemnitz verantworten.

Gert D. soll den Dreiseithof seiner Familie angezündet haben. Ab Montag muss er sich vor dem Landgericht Chemnitz verantworten.
Gert D. soll den Dreiseithof seiner Familie angezündet haben. Ab Montag muss er sich vor dem Landgericht Chemnitz verantworten.  © Haertelpress

Der 40 Jahre alte Neffe erlitt schwerste Kopfverletzungen und musste notoperiert werden.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat der Onkel bewusst in Kauf genommen, dass er sterben kann.

Das Gehöft wurde bei dem Feuer fast komplett zerstört (TAG24 berichtete). Anlass für die Tat soll ein jahrelanger Familienstreit um das Erbe an dem Hof gewesen sein.

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Die Anklage wirft dem 63-jährigen Deutschen versuchten Totschlag und schwere Brandstiftung vor. Außerdem soll er versucht haben, eine Gasflasche zur Explosion zu bringen.

Update 17.27 Uhr: Knapp sechseinhalb Stunden später als geplant begann der Prozess am Landgericht Chemnitz. Die JVA Dresden, wo der Angeklagte in U-Haft sitzt, hatte eine Auslieferung wetterbedingt verweigert. Richterin Simone Herberger bestand jedoch auf die Vorführung. Nach stundenlangem Stau traf Gerd D. schließlich im Sitzungssaal ein - anschließend wurde die Anklage verlesen. Gerd D. will sich in den kommenden Verhandlungstagen zu den Vorwürfen äußern. Am 25. Februar wird auch die Familie gehört, die zu Teilen als Nebenkläger auftritt. Das Urteil soll am 23. März fallen.

Der Dreiseithof wurde fast völlig zerstört.
Der Dreiseithof wurde fast völlig zerstört.  © Freiwillige Feuerwehr Weißbach

Laut Staatsanwaltschaft hat D. den Tatablauf weitgehend eingeräumt.

Titelfoto: Haertelpress

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