Sie wollten ihr Hartz IV aufbessern: Diebe beim Pfand-Klau erwischt

Raschau-Markersbach - Mit Pfand-Geld wollten Ringo S. (45) und Uwe D. (60) ihr Hartz IV aufstocken. Doch der nächtliche Coup beim Getränkegroßhandel in Raschau (Erzgebirgskreis) ging in die Hose. Die Diebe wurden auf frischer Tat ertappt. Am Landgericht Chemnitz gab's aber nur Geldstrafen.

Der große Leergut-Coup ging schief. Dafür kommen die vorbestraften Uwe D. (45, l.) und Ringo S. (60) um eine Haftstrafe herum.
Der große Leergut-Coup ging schief. Dafür kommen die vorbestraften Uwe D. (45, l.) und Ringo S. (60) um eine Haftstrafe herum.  © Haertelpress/Harry Härtel

255 Kästen (Pfandwert: 1003 Euro) waren bereits im Anhänger verladen, die Türen verschlossen. Dann kam die Polizei und das Pfand wanderte zurück in den Markt. Ein Zeuge hatte den Klau beobachtet.

Ringo S. und Uwe D. machten keinen Hehl aus ihrem Vorhaben. "Wir wollten uns nicht die Flaschen zueignen, nur das Pfand kassieren", so D. über seinen Verteidiger.

Hier liegt der Teufel im Detail. Weil es sich beim Diebesgut um "Individualflaschen" handelte, die Eigentum des Herstellers und nicht des Großhandels sind, konnte das Gericht die Angeklagten nicht wegen Diebstahls belangen.

Drei Jahre nach Angriff auf jüdisches Restaurant in Chemnitz: Prozess startet
Gerichtsprozesse Chemnitz Drei Jahre nach Angriff auf jüdisches Restaurant in Chemnitz: Prozess startet

Übrig blieben nur Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung (Metallzaun zerstört).

Urteil: 1170 (Ringo S.) und 780 Euro (Uwe D.) Geldstrafe. "Sicherlich ist diese Auslegung des BGH etwas lebensfremd. Aber wir können nicht widerlegen, dass die Angeklagten das Pfand beim Hersteller abgeben wollten", so Richterin Karin Troxler.

Titelfoto: Haertelpress/Harry Härtel

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Chemnitz: