Steuerhinterziehung und Betrug in großem Stil! Scheingeschäfte einer erzgebirgischen Immobilienfirma

Chemnitz - In einem Prozess um Steuerhinterziehung und Betrug in großem Stil müssen sich am Dienstag (9.30 Uhr) ein Mann und zwei Frauen vor dem Landgericht Chemnitz verantworten. 

Am Dienstag ist Prozessauftakt am Landgericht Chemnitz.
Am Dienstag ist Prozessauftakt am Landgericht Chemnitz.  © Uwe Meinhold

Die Rede ist von einem Schaden von mehr als einer Million Euro. 

Die beiden angeklagten Ex-Eheleute sollen Gesellschafter einer Immobilienfirma in Olbernhau (Erzgebirgskreis) gewesen sein. 

Da diese ab 2002 in finanzielle Schieflage geriet, wurden laut Anklage Scheingeschäfte mit ausländischen Briefkastenfirmen geschlossen und tatsächliche Erlöse nicht versteuert. 

Die dritte Angeklagte soll geholfen haben, Vorteile aus diesen Machenschaften zu sichern. Die vorgeworfenen Taten datieren aus dem Jahr 2007.

Update, 17.10 Uhr:  Laut Anklageschrift war der 77-jährige Gesellschafter einer Immobilienfirma in Olbernhau (Erzgebirgskreis). Mit Hilfe einer Briefkastenfirma auf den Britischen Jungferninseln soll er Geschäfte verschleiert und tatsächliche Erlöse aus dem Verkauf von Immobilien vor Gläubigern und der Steuer versteckt haben. 

Der Rentner räumte vor Gericht ein, dass er zu geringe Angaben zum Spekulationsgewinn gemacht habe. Er habe das Konstrukt über die Scheinfirma aber nicht selbst ersonnen. Ziel des Ganzen sei gewesen, möglichst viel Geld aus Verkäufen zu erlösen, um Gläubiger bedienen zu können. Seine mitangeklagte Ex-Frau sagte vor Gericht: "Von den ganzen Transaktionen wusste ich nicht sehr viel und verstand auch nicht sehr viel." Sie habe einfach unterschrieben, was er ihr vorgelegt habe. Gegen sie wurde das Verfahren am Dienstag gegen Zahlung von 3000 Euro eingestellt.

Weitere Termine sind bis in den Dezember geplant.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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