Überfall auf Parkbesucher: Zeuge berichtet von Angriff mit Flaschen

Chemnitz - Am Amtsgericht Chemnitz ist am Donnerstag der Prozess gegen sechs mutmaßliche Mitläufer der rechtsextremen Terrorvereinigung "Revolution Chemnitz" mit der Anhörung von Zeugen fortgesetzt worden. 

Drei der sechs Angeklagten beim Prozessauftakt im Amtsgericht Chemnitz. (Archivbild)
Drei der sechs Angeklagten beim Prozessauftakt im Amtsgericht Chemnitz. (Archivbild)  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Den Angeklagten wird Landfriedensbruch in Tateinheit mit Körperverletzung vorgeworfen. Die Deutschen im Alter von 25 bis 34 Jahren sollen am 14. September 2018 im Anschluss an eine Demonstration der rechtsextremen Vereinigung Pro Chemnitz an einem Überfall auf Parkbesucher an der Schlossteichinsel beteiligt gewesen sein. Dabei sollen sie mit Quarzhandschuhen und Flaschen bewaffnet gewesen sein.

Zum Auftakt des zweiten Verhandlungstages berichtete einer der Attackierten als Zeuge, dass er und Freunde in dem Park gegrillt hätten. 

Dann sei eine große Gruppe Männer auf sie zugekommen, hätte sie umzingelt und bedroht. Danach sei recht schnell die Polizei gekommen, die Männer hätten dann die Flucht ergriffen und dabei mit Bierflaschen geworfen. Er habe eine Flasche an den Kopf bekommen und eine Platzwunde erlitten, die im Krankenhaus genäht werden musste. "Mein Kopf hat geblutet", übersetzte ein Dolmetscher seine Aussage.

Der Iraner, der auch als Nebenkläger auftritt, berichtete überdies, dass die Angreifer teils auch Handschuhe getragen hätten. "Die haben die Handschuhe nicht wegen des kalten Wetters getragen", sagte der 28-Jährige auf Deutsch. Sie sollen auch Messer dabei gehabt haben.

Im Laufe des Verhandlungstages sollten weitere Zeugen vernommen werden, darunter wohl auch Mitglieder von "Revolution Chemnitz".

Im März hatte das Oberlandesgericht in Dresden acht Männer wegen der Mitgliedschaft in dieser terroristischen Vereinigung zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Chemnitz:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0