Wer hat Michael K. mit 53 Messerstichen getötet? "Schwarze Witwe" und ihr Liebhaber sagen aus

Chemnitz - Harmonisch war das Wiedersehen zwischen der "Schwarzen Witwe" Hayet K. und ihrem mutmaßlichen Liebhaber Ahmed I. (52) im Saal 036 des Chemnitzer Landgerichts ganz und gar nicht. Beide sollen Michael K. (51) am 28. September 2011 in seiner Wohnung in Chemnitz auf bestialische Weise mit 53 Messerstichen getötet haben.

Soll laut Staatsanwaltschaft die "trauernde Witwe" spielen: Hayet K. (38).
Soll laut Staatsanwaltschaft die "trauernde Witwe" spielen: Hayet K. (38).  © Haertelpress

Ahmed I. wurde bereits 2014 wegen Totschlags zu neun Jahren Haft verurteilt. Am Freitag führten ihn Justizbeamte als Zeugen vor. Jedoch verweigerte der Algerier seine Aussage zur Tat, verkündete nur: "Sie war niemals meine Freundin. Welches Motiv sollte ich haben?"

Und weiter: "Ich will Ruhe und damit abschließen." Michael K. sei sein Freund gewesen. Falls I. weiter zum Tattag schweigt, drohen ihm weitere sechs Monate Erzwingungshaft. Im Juli 2022 kommt der wegen Totschlags an Michael K. verurteilte Gefangene frei.

Aktuell steht Hayet K., die Witwe und mutmaßliche Geliebte I.s, vor Gericht. Sie wurde kürzlich in Schweden nach fast zehnjähriger Flucht unter falscher Identität gefasst. Sie stritt die Tötung ihres Ehemannes ab, schob Ahmed I. die Schuld in die Schuhe.

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"Ich sah ihn mit blutigem Messer in der Wohnung stehen. Wir sind dann geflüchtet, weil er mich eingeschüchtert hatte."

Ahmed I. (52) wurde 2014 wegen der Tötung Michael K.s zu neun Jahren Haft verurteilt. Im Juli 2022 kommt er frei.
Ahmed I. (52) wurde 2014 wegen der Tötung Michael K.s zu neun Jahren Haft verurteilt. Im Juli 2022 kommt er frei.  © privat

Bruder des Opfers: "Ich glaube nicht, dass er glücklich mit ihr war"

Ermittler sichern am Tag nach der Tat Spuren in der Wohnung (Senefelder Straße) von Michael K. († 51).
Ermittler sichern am Tag nach der Tat Spuren in der Wohnung (Senefelder Straße) von Michael K. († 51).  © Haertelpress

Auch der Bruder (65) des Opfers kam zu Wort. Die Familie habe den Frührentner immer vor Hayet K. gewarnt.

"Er war beseelt nach Harmonie, aber ich glaube nicht, dass er glücklich mit ihr war." Hayet soll selten bei Michael K. übernachtet, lieber mit Landsleuten in Dresden unterwegs gewesen sein.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Tunesierin mit dem Chemnitzer eine Scheinehe eingegangen ist, um ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht in Deutschland zu erlangen.

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Michael K. wurde 2011 brutal in seiner Wohnung in der Nähe der Lutherkirche hingerichtet. Mehr als 50 Messerstiche in Hals, Kopf und Rumpf führten zum Tod.

Der Prozess wird bis 10. Dezember fortgesetzt.

Titelfoto: Haertelpress

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