150.000 Euro von Anlegern abgezockt: Bewährung für den Öko-Raffke

Dresden - Thomas S. (62), der für den Bau eines dezentralen Öko-Stromkraftwerks Anlegergeld kassierte, ohne dass die Anlage je gebaut wurde, musste am Mittwoch vor den Dresdner Amtsrichter.

Der Projektmanager wollte ein dezentrales Stromkraftwerk errichten.
Der Projektmanager wollte ein dezentrales Stromkraftwerk errichten.  © 123RF / Vaclav Volrab

Er wurde für dieses "Luftschloss" bereits am Landgericht Chemnitz verurteilt. Jetzt kamen noch einige Monate Haft hinzu. Die Gesamtstrafe wurde aber zur Bewährung ausgesetzt.

Die Idee war gut, die Ausführung offenbar kriminell. Thomas S. wollte ein Öko-Stromkraftwerk bauen. 

Aber: "Die Bundesnetzwerkagentur gab dem Unterfangen keine Chance, die ursprüngliche Firma ging pleite, das Patent war abgelehnt, und trotzdem machten Sie weiter", warf die Staatsanwältin dem geständigen Angeklagten vor. 

Der überdies auch als "Schattenmann" agierte. Denn der Projektmanager schickte für seine Zwecke andere vor!

Laut Anklage überredete er Männer und Frauen, Gelder für das Projekt einzusammeln. 

Die Getäuschten gründeten sogar Firmen, welche die Kohle an die "Green Wave" in England weiterreichten. 


Amtsgericht Dresden erhöht Strafe auf 24 Monate

Thomas S. (62) musste am Mittwoch noch mal vor den Richter.
Thomas S. (62) musste am Mittwoch noch mal vor den Richter.  © Holm Helis

Und dort war Thomas S. aus Leipzig, der sich ins Ausland absetzte, Geschäftsführer. 

"Sie waren im Hintergrund tätig und gaben alles vor", so die Staatsanwältin.

Auf diese Weise kassierte der Betrüger 150.000 Euro von 16 Anlegern, denen Zinsen bis zu 20 Prozent versprochen wurden. 

Doch der Schwindel flog auf.

Bereits 2019 wurde Thomas S. zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Das Landgericht Chemnitz sah es als erwiesen, dass der Betrüger Billigstrom im Paket verkaufte, ohne je liefern zu können. 

Der Amtsrichter in Dresden erhöhte die Strafe nun auf 24 Monate. Sie wurde zwar zu Bewährung ausgesetzt. Allerdings wird der Wertersatz von 150.000 Euro eingezogen.

Titelfoto: Holm Helis

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