40 Straftaten in 5 Monaten: Er brach seiner Ex den Kiefer

Dresden - Rückfällig wegen Corona. So jedenfalls begründete Marcel S. (38) im Amtsgericht Dresden seinen angestellten "Blödsinn". Immerhin satte 40 Straftaten, die der Arbeitslose innerhalb von fünf Monaten "sammelte".

Tunichtgut Marcel S. (38) musste mal wieder vor den Richter.
Tunichtgut Marcel S. (38) musste mal wieder vor den Richter.  © Peter Schulze

"Meine Freundin warf mich im März raus", so der Angeklagte mit den zwei Dutzend Einträgen im Strafregister. "Ich rief die Polizei. Aber die haben mir nicht geholfen. Es war Corona, ich konnte nirgends hin. So landete ich auf der Straße und im Obdachlosenheim."

Vor "Verzweiflung" habe er wieder massiv getrunken, beging eine Straftat nach der anderen, bis er im Herbst wieder im Knast landete.

Marcel klaute in Supermärkten (in denen er auch noch Hausverbot hatte), rief überall in der Stadt „Sieg heil“, pöbelte im Amt, fuhr besoffen Rad, widersetze sich rüde der Polizei. Und er attackierte laut Anklage oft besagte Ex (39), brach ihr den Kiefer.

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"Die Beziehung war kompliziert", so Marcel. "Sie hatte viele Probleme und plötzlich warf sie mich raus." Allerdings gab es eine Verfügung, wonach er sich ihr nicht mehr nähern durfte. Das Opfer sagte: "Ich ließ ihn immer wieder rein, weil er essen wollte." Dann gab es Streit und Schläge.

Der Amtsrichter verurteilte Marcel für alles zu drei Jahren Haft. Dazu kommen weitere 19 Monate aus früheren Urteilen, die eigentlich zur Bewährung ausgesetzt waren. Die sind nun gestrichen und Marcel wird auch diese Monate absitzen müssen.

Titelfoto: Peter Schulze

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