73.000 Euro Beute! Nachtwächter plünderte Firma "aus Langeweile"

Dresden - Obacht, wenn der Wachmann sich langweilt! Olaf A. (54) fühlte sich als Nachtwächter bei einer Telekom-Tochter so unterfordert, dass er Technik mitgehen ließ. Mit Kumpel Karsten S. (42) räumte er unerlaubt aus einem Lager in Dresden Technik für 73.000 Euro. Nun saßen die Freunde bedröppelt vorm Amtsrichter.

Die beiden Kumpel Olaf A. (54, l.) und Karsten S. (42) klauten gemeinsam Technik aus einem Lager in Pieschen.
Die beiden Kumpel Olaf A. (54, l.) und Karsten S. (42) klauten gemeinsam Technik aus einem Lager in Pieschen.  © Peter Schulze

Sie sind normale Familienväter, die ihrer Arbeit nachgehen. Olaf ist Logistiker. Karsten ist Kaufmann, der in seiner Freizeit im Hobbykeller an Computern werkelt. "Auf der Anklagebank sitzen sonst andere Kaliber", bemerkte auch der Richter.

Dennoch: Als Olaf noch Nachtwächter in einer Firma in Pieschen war, griff er ungeniert zu. "Es war wohl Langeweile. Es ist nicht zu entschuldigen", so der geständige Angeklagte.

"Ich habe nicht mal Ahnung von Technik. Deshalb hab ich Karsten angeboten, mitzumachen. Gelegenheit macht wohl wirklich Diebe ..."

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Und blind für die Realität: So bemerkten die Männer auf ihren ausgiebigen nächtlichen Touren nicht, wie sie per Videoüberwachung gefilmt wurden.

In aller Seelenruhe schleppten sie 173 Handys, 38 Laptops und andere Technik in Kisten aus dem Lager und fuhren alles im Skoda von Karsten davon.

"Drei oder vier Geräte habe ich über eBay verkauft", gab Karsten zu. Kurz vor Jahresende wurden die Täter gestellt. Die meiste Beute konnte zurückgegeben werden, nur von den Handys (13.000 Euro) fehlt jede Spur.

Olaf A. war Wachmann in der Firma, hatte so Generalschlüssel und Zugang zum Lager, das er ausräumte.
Olaf A. war Wachmann in der Firma, hatte so Generalschlüssel und Zugang zum Lager, das er ausräumte.  © Peter Schulze

Urteil: Die Männer bekamen jeder 18 Monate Haft. Die Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Titelfoto: Peter Schulze

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