Ali (†6) bei Autorennen durch Dresden getötet: Haftbefehl für zweiten Raser!

Dresden - Also doch! Auch für den zweiten Raser von der Budapester Straße gibt es nun einen Haftbefehl. Das Landgericht verkündete am Donnerstagmorgen den Beschluss für BMW-Fahrer Mohamed A. (24). Trotzdem darf er vorerst auf freiem Fuß bleiben.

Der Fahrer des Mercedes erfasste Ali (†6). Er sitzt bereits in Untersuchungshaft.
Der Fahrer des Mercedes erfasste Ali (†6). Er sitzt bereits in Untersuchungshaft.  © Archivbild: Roland Halkasch

Der Reihe nach: Laut Anklage lieferten sich Mohammad F. (32) und Mohamed A. im August 2020 ein illegales Autorennen im Mercedes und im BMW. Der Benz erfasste auf der Budapester Straße den kleinen Ali (†6). Das Kind war sofort tot. Noch in der Unfallnacht kam der Benz-Fahrer in U-Haft.

Seit Februar wird gegen beide Autofahrer am Landgericht Dresden verhandelt. Bisher warf der Staatsanwalt Mohamed A. "nur" die Teilnahme am illegalen Rennen vor. Doch nach dem der DEKRA-Gutachter jüngst seine Expertise über Fahrstecken und Geschwindigkeiten abgab, erklärte der Richter, dass nach vorläufiger Auffassung auch für den BMW-Fahrer eine Verurteilung wegen illegalen Autorennens mit Todesfolge in Betracht käme. Mithin steht auch für ihn eine Strafe von bis zu zehn Jahren im Raum.

Sofort beantragte der Oberstaatsanwalt auch für den BMW-Fahrer einen Haftbefehl wegen möglicher Fluchtgefahr. Immerhin sitzt Benz-Fahrer Mohammad F. genau deshalb.

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Am Donnerstagvormittag nun verkündete der vorsitzende Richter den Beschluss: Haftbefehl! Aber: Er wird sofort wieder ausgesetzt. Damit ist der Haftbefehl in der Welt, aber Mohamed A. bleibt auf freiem Fuß.

BMW-Raser kommt grinsend zum Gericht, dann kommt der Haftbefehl

Auch für den Fahrer des BMWs liegt nun ein Haftbefehl vor.
Auch für den Fahrer des BMWs liegt nun ein Haftbefehl vor.  © Montage: Archivbild: Roland Halkasch, Peter Schulze
Der kleine Ali (†6) starb, weil die Raser nicht rechtzeitig bremsten und den Jungen auf der Straße erfassten.
Der kleine Ali (†6) starb, weil die Raser nicht rechtzeitig bremsten und den Jungen auf der Straße erfassten.  © Montage: Archivbild/dpa/Sebastian Kahnert, privat

Immerhin hat er bisher keinen Prozesstag geschwänzt, die Richter sehen keine Gefahr, dass er untertaucht. Er bekam aber Meldeauflagen, muss sich regelmäßig bei der Polizei melden. Ob der BMW-Fahrer aber um eine Haftstrafe herumkommt, ist weiter fraglich.

So gab der Richter bekannt, dass der Anwalt von Mohamed A. nachgefragt hätte, ob bei einem Geständnis eine Bewährungsstrafe möglich wäre. Das aber lehnte die Kammer nach bisherigem Stand mit Blick auf "die Verteidigung der Rechtsordnung" ab. "Außerdem hält die Kammer dieses Verfahren für nicht geeignet, um eine Verständigung zu erzielen", konstatierte der Richter.

Ein Urteil soll im Mai fallen.

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Titelfoto: Montage: Archivbild/Roland Halkasch, privat, Peter Schulze

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