An Ampel bedrängt und übel beschimpft: Drängler vor Gericht

Dresden - Da lagen die Nerven wohl gehörig blank: Am 30. Mai 2020 war Berufskraftfahrer René P. (47) mit seinem Opel-Transporter unterwegs. Auf der Peschelstraße soll er Dacia-Fahrerin Laura W. (32) erst bedrängt und dann beleidigt haben. Montag kam er in Abwesenheit vor dem Amtsgericht noch mal glimpflich davon.

Laura W. (32) ist schockiert über den rabiaten Umgang an der Kreuzung.
Laura W. (32) ist schockiert über den rabiaten Umgang an der Kreuzung.  © Steffen Füssel

"Ich war auf dem Weg von meinen Eltern nach Hause", sagte die Dacia-Fahrerin aus. "Er fuhr sehr schnell an mich heran, hat mich regelrecht gedrängelt."

Der Abstand soll so knapp gewesen sein, dass sie im Rückspiegel die Frontscheinwerfer nicht mehr sehen konnte. Doch dabei blieb es nicht: An einer Ampel fuhr er rechts neben die Dame und stieg aus. Dann soll er die Beifahrertür aufgerissen, die Frau übel beschimpft haben.

"Ich bin erschrocken, dachte: Was will der Mensch von mir?", so Laura W. "Ich habe erst mal den Rückwärtsgang eingelegt, da kam er wieder zu meinem Auto. Ich dachte, ich muss hier weg, da hat es gekracht." Bei ihrem Fluchtversuch war Laura W. in die noch offen stehende Fahrertür des Transporters gekracht.

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René P. ließ über seinen Anwalt eine andere Version verbreiten: Demnach habe Laura W. ihm erst die Vorfahrt geschnitten, ihn dann zweimal ausgebremst und dann ihrerseits beleidigt.

Dass er ausgestiegen sei, gibt er aber zu. Einen Strafbefehl mit Fahrverbot wollte er aber nicht akzeptieren und hatte gleich doppelt Glück: Gegen 1000 Euro wurde das Verfahren gegen ihn eingestellt.

Auf der Peschelstraße kam es am Ende des Streits zu einem Unfall.
Auf der Peschelstraße kam es am Ende des Streits zu einem Unfall.  © Steffen Füssel

Dass eine Blutprobe bei ihm nach dem Crash 1,05 Promille ergab, verfolgte die Staatsanwaltschaft ebenfalls nicht weiter ...

Titelfoto: Steffen Füssel

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