Angeblicher Millionär ergaunerte 80.000 Euro: So legte Heiratsschwindler Frauen aufs Kreuz

Dresden - Irgendwas muss Siegmar G. (61) an sich haben, dass ihm Frauen reihenweise Geld liehen. Der Fliesenleger mimte den Millionär mit Geldengpässen und ergaunerte fast 80.000 Euro. Wobei der einschlägig Vorbestrafte nicht nur das weibliche Geschlecht um den Finger wickelte. Doch Siegmar kann auch anders. Im Prozess am Amtsgericht benahm er sich so unflätig, dass der Richter ihm mit Ordnungshaft drohte.

Siegmar G. (61) wurde sogar im Gericht noch so ausfällig, dass ihm der Amtsrichter Ordnungshaft androhte.
Siegmar G. (61) wurde sogar im Gericht noch so ausfällig, dass ihm der Amtsrichter Ordnungshaft androhte.  © Peter Schulze

Angezeigt hatte ihn ein Vermieter. Siegmar zahlte weder Miete, noch hielt er sich an Vereinbarungen (Eigenleistungen). Weil der angebliche Fliesenleger-Meister und Millionär weitere Vermieter geprellt hatte, kam er in Haft.

"Beim Auswerten seiner Handydaten entdeckte ich zahlreiche geschädigte Frauen", so ein Polizist, der weibliche Opfer von Siegmar ermittelte, die vermutlich aus Scham selbst nie zur Polizei gegangen wären.

Mindestens zweien gaukelte er die Liebe vor, lieh sich Geld. Mal wären seine Konten angeblich gesperrt, mal drohte ihm Haft bei Nichtzahlung irgendwelcher Rechnungen. Eine Frau wollte mit in einen Traum-Urlaub fahren, gab ihm 5000 Euro - ihren Anteil. Doch Siegmar buchte nie eine Reise, behielt das Geld.

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Der Angeklagte "gestand" zwar über seinen Anwalt die Taten, doch Reue zeigte er nicht wirklich.

Im Gegenteil: Als eine Polizistin erzählte, dass der Angeklagte ein Opfer sogar stalkte, nachdem die Frau ihm den Laufpass gab, schnauzte er die Beamtin an: "Mit welchem Recht erzählen sie hier solche Lügen?"

Auf die Frage, wo er seinen Meisterbrief gemacht habe, tönte er: "Irgendwo im Westen." Der ermittelnde Polizist klärte auf: "Die IHK Dresden hat Anzeige gegen ihn erstattet, wegen Urkundenfälschung." Kurz: den Meisterbrief malte sich der Fliesenleger offenbar selbst. Weil er im Prozess immer wieder maulte, platzte dem Amtsrichter alsbald der Kragen - er drohte ihm drei Tage Ordnungshaft an. Urteil folgt.

Titelfoto: Peter Schulze

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