Anschlag auf Döner-Bude am Schillerplatz: Der Angeklagte wusste angeblich nicht, was er tat

Dresden - Im März warf er einen Brandsatz ins Orient-Kebab-Haus am Schillerplatz. Doch vor Gericht behauptet Pawel S. (35) nun, dass er nicht wusste, was er tat.

Pawel S. (35) warf einen Brandsatz ins Kebab-Haus.
Pawel S. (35) warf einen Brandsatz ins Kebab-Haus.  © Peter Schulze

Laut Anklage war der polnische Tischler bei der Tat im März nicht schuldfähig. Nun muss das Landgericht Dresden prüfen, ob der Pole dauerhaft untergebracht werden soll, weil er eine Gefahr für die Allgemeinheit ist.

Pawel hatte eine leere Wasserflasche mit Grillanzünder und Lampenöl befüllt, ein Geschirrtuch in den Flaschenhals gestopft. Mit einem geklauten Rad fuhr er zum Kebab-Haus, zündete den Molotow-Cocktail an, warf ihn ins Geschäft und türmte.

Die Flammen gingen zum Glück aus. Die beiden Mitarbeiter und ein Gast blieben unverletzt.

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Bei seiner Flucht ließ Pawel einen (geklauten) Rucksack zurück. Darin war sein Ausweis. Wenig später wurde er gefasst, kam in U-Haft.

Doch inzwischen lebt er in einer Fachklinik, weil er wegen massiven Drogen- und Alkoholmissbrauchs an Schizophrenie leidet und Stimmen hört.

"Im Jahr 2018 nahm ein militärischer Abschirmdienst telepathisch zu mir Kontakt auf", erklärte Pawel dem Richter. "Ich hatte Befehle auszuführen und keine Fragen zu stellen."

Die Polizei sicherte kurz nach der Tat das Orient-Kebab-Haus ab.
Die Polizei sicherte kurz nach der Tat das Orient-Kebab-Haus ab.  © Peter Schulze

Der Angeklagte "wollte niemanden verletzen" und "rief noch 'Sorry'"

Der Molotow-Cocktail, gebastelt aus einer leeren Flasche Mineralwasser, die mit Grillanzünder und Lampenöl gefüllt wurde.
Der Molotow-Cocktail, gebastelt aus einer leeren Flasche Mineralwasser, die mit Grillanzünder und Lampenöl gefüllt wurde.  © Peter Schulze

Auch der Anschlag sei auf Befehl des Geheimdienstes und "zum Wohl der Allgemeinheit" passiert.

"Aber ich wollte niemanden verletzten, habe die Flasche deshalb gerollt", so der Täter. "Und ich rief noch 'Sorry' und 'Achtung' ..."

Nach Dresden war er übrigens tags zuvor aus Polen gekommen. Sozusagen auf der Flucht vor Corona. "Ich hatte gehört, dass die CIA in Polen das Virus ausgesetzt hatte", so der Angeklagte.

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Ohne Behandlung oder Therapie, so der Staatsanwalt, seien von Pawel weiterhin schwere Straftaten zu befürchten.

Er soll deshalb per Urteil in einer Psychiatrie untergebracht werden. Urteil folgt.

Titelfoto: Peter Schulze

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