Auf der Treppe ausgerutscht! Mieterin (62) verklagt Vonovia

Dresden - Als Evelin G. im Dezember 2018 aus ihrem Wohnblock an der Budapester Straße trat, um mit ihrem Hund eine Runde zu gehen, zog es ihr wortwörtlich die Füße weg.

Auf dieser Treppe ist Evelin G. (62) nach eigener Aussage wegen Glatteis gestürzt.
Auf dieser Treppe ist Evelin G. (62) nach eigener Aussage wegen Glatteis gestürzt.  © Petra Hornig

Auf der Treppe vor dem Haus rutschte die heute 62-Jährige aus, stürzte und zog sich eine Prellung des Steißbeins und des rechten Ellenbogens zu.

Dafür will sie nun Schmerzensgeld von der Vonovia.

Ihr Vorwurf: Der Großvermieter ist seiner Winterdienst-Pflicht nicht nachgekommen.

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"Es war arschglatt auf der Treppe. Das hätte dumm ausgehen können", sagt sie.

Dabei gebe es einen Winterdienst, und es sei auch bereits 8.30 Uhr gewesen.

Nachdem sie mit ihrem Hund eine Runde gehumpelt sei, habe sie dann selbst vom nahen Spielplatz Sand geholt und auf die Treppe gestreut, erzählt die Dame.

Das Unternehmen bestreitet, dass es am besagten Tag glatt war.

Die Wohnblöcke an der Budapester Straße gehören dem Großvermieter Vonovia.
Die Wohnblöcke an der Budapester Straße gehören dem Großvermieter Vonovia.  © Petra Hornig

Das Problem: Evelin G. hat kaum Beweise

"Mangels allgemeiner Glättebildung bestand keine Räum- und Streupflicht", argumentieren dessen Anwälte. Den zuständigen Mitarbeitern sei weder am Unfalltag noch tags zuvor mitgeteilt worden, dass sich Glatteis gebildet habe und die Treppe nicht begehbar sei.

Stattdessen bestehe durchaus die Möglichkeit, dass G. irgendwo anders auf der Gassistrecke gestürzt sei. Hätte sie angemessenes Schuhwerk getragen und sich festgehalten, wäre G. nach Ansicht des Unternehmens auch bei einer vereisten Stufe nicht gestürzt.

Das Problem von Evelin G. ist die Beweislage. Den Sturz selbst hat nämlich niemand gesehen. Und die Verletzungen wurden erst Tage später von einer Ärztin in einem Attest festgehalten.

Die Entscheidung, welche der beiden Seiten Recht hat, muss nun das Dresdner Amtsgericht treffen. Ausgang offen.

Titelfoto: Petra Hornig

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