Auf Touristen in Dresden eingestochen: Messer-Mörder Abdullah muss lebenslang ins Gefängnis!

Dresden - Lebenslange Haft für den Messer-Mörder von der Schloßstraße. Außerdem stellten die Richter im gerade ergangenen Urteil gegen den Dschihadisten Abdullah A. H. H. (21) die besondere schwere der Schuld fest, was eine vorzeitige Entlassung ausschließt.

Abdullah A. H. H. (21) bekam lebenslange Haft. Über eine anschließende Sicherungsverwahrung wird später entschieden.
Abdullah A. H. H. (21) bekam lebenslange Haft. Über eine anschließende Sicherungsverwahrung wird später entschieden.  © Ove Landgraf

Zusätzlich soll später entschieden werden, ob der Syrer, der im Oktober 2020 ein Attentat auf ein Touristenpaar verübte, noch in Sicherungsverwahrung muss.

Seit April verhandelte die Staatschutz-Kammer am Hochsicherheitsgericht am Hammerweg gegen Abdullah A. H. H. (21). Er hatte im Oktober 2020 an der Schloßstraße Touristen niedergestochen, die in seinen Augen "Ungläubige" waren. Thomas L. (†55) starb bei dem Attentat, sein Lebenspartner Oliver L. (53) überlebte mit lebensgefährlichen Verletzungen.

Abdullah war 2015 nach Deutschland gekommen, bereits 2018 verurteilt worden, weil er Unterstützer der Terror-Miliz IS war, gar ein Selbstmordattentat in Dresden plante. Als er den Mord am Schloßstraße beging, war er gerade fünf Tage wieder auf freiem Fuß.

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Gerichtsprozesse Dresden Haftstrafen für die Stadtfest-Schläger

Im Prozess schwieg der Angeklagte, hatte sich allerdings dem Gutachter geöffnet. Dem hatte er berichtet, dass er Ungläubige wieder töten würde, dass "Gebiete, in denen der Islam nicht gilt, Kriegsgebiete" wären und dass er bedauere, dass nur eins seiner Opfer den Verletzungen erlag.

Abdullah A. H. H. wollte "Ungläubige" töten, um vor seinem Gott gut dazustehen

Die "Antifaschistische Initiative Löbtau" demonstrierte anlässlich der Urteilsverkündung zum homosexuellenfeindlichen Mord unter dem Motto "Emanzipatorisch gegen Islamismus und Queerfeindlichkeit" vor dem Gericht.
Die "Antifaschistische Initiative Löbtau" demonstrierte anlässlich der Urteilsverkündung zum homosexuellenfeindlichen Mord unter dem Motto "Emanzipatorisch gegen Islamismus und Queerfeindlichkeit" vor dem Gericht.  © Ove Landgraf

Angeblich wolle er ein guter Moslem sein, hätte aber versagt, weil er Frauen nachgeschaut oder onaniert habe. Aus Angst vor dem Höllenfeuer, habe er "Ungläubige" töten wollen, um vor seinem Gott gut dazustehen.

Von derlei Ansinnen hatten die vornehmlich weiblichen Betreuer in der früheren Haft nichts berichtet. Sie erklärten im Zeugenstand, sie hätten "vertrauensbildende Maßnahmen" mit ihm unternommen, wie Fotokurse oder Gespräche.

Der Gutachter machte deutlich, dass Abdullah an derlei Unternehmungen nur teilnahm, weil er wusste, dass sie von ihm erwartet wurden. Stattdessen habe er sich in der Haft weiter radikalisiert. Er sei nach wie vor gefährlich.

Der Tatort in der Schloßstraße.
Der Tatort in der Schloßstraße.  © Roland Halkasch
Nach der schrecklichen Tat wurden zahlreiche Blumen und Kerzen für den toten Thomas L. (†55) niedergelegt.
Nach der schrecklichen Tat wurden zahlreiche Blumen und Kerzen für den toten Thomas L. (†55) niedergelegt.  © Norbert Neumann

Nun haben die Richter ihr Urteil gesprochen. Sie wandten für den sehr jungen Täter, wie vom Generalbundesanwalt gefordert, das härtere Erwachsenenstrafrecht an. Trotzdem stellten sie die Anordnung der Sicherungsverwahrung vorläufig zurück. Das ist bei Heranwachsenden, wie Abdullah A. H. H. derzeit noch ist, der Fall. Heißt, zu einem späteren Zeitpunkt soll darüber entschieden werden.

Titelfoto: Bildmontage: Roland Halkasch, Ove Landgraf

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