Autodieb macht Chaos-Tour quer durchs Strafgesetzbuch: Knast!

Dresden - Für Dustin K. (27) war's der Weg nach Hause, für alle anderen eine halsbrecherische Jagd durchs Strafgesetzbuch (StGB): Vollgepumpt mit fast allen bekannten Drogen, raste er von Dresden bis Meißen und beging dabei gleich mehrere Straftaten. Erst als er eine Kurve nicht mehr kriegte, war Schluss.

Dustin K. (27) raste unter Drogen durch den Landkreis Meißen.
Dustin K. (27) raste unter Drogen durch den Landkreis Meißen.  © Franz Maler

Der Gang aufs stille Örtchen kam Autoverkäufer Steve H. (41) am 12. November 2020 teuer zu stehen: Nur eine Viertelstunde ließ er im Autohandel an der Meißner Straße einen Golf Plus mit Schlüssel stehen - als er wiederkam, war das Auto weg.

Dustin K. hatte es geklaut, fuhr damit gen Hoyerswerda, wo er wohnte. "Ich wollte nur nach Hause", sagte er vorm Dresdner Amtsgericht. Geld für den Zug hätte er nicht gehabt.

An der Total-Tankstelle bei Wilsdruff tankte er für 50,42 Euro voll, freilich ohne zu bezahlen - und klaute auch noch eine Flasche Motoröl. Weil er Angst hatte, dass bei dem alten Golf der Motor heiß laufen könnte.

Wenig später rammte er an der Meißner Straße einen Renault von der Straße. Wie durch ein Wunder erlitt Fahrerin Christina B. (69) dabei nur eine Rippenprellung.

Dustin K. bestreitet: "Ich bin in kein Auto gefahren. Das hätte ich gehört." Doch mehrere Zeugenaussagen widersprechen der Behauptung.

Kurve nicht gekriegt - wortwörtlich

Erst nach Thiendorf war die halsbrecherische Fahrt zu Ende.
Erst nach Thiendorf war die halsbrecherische Fahrt zu Ende.  © Roland Halkasch

In Thiendorf nahm die Polizei den rasenden Dustin ins Visier und versuchte ihm zu folgen. Doch der Autodieb überholte in Kurven mehrere Autos, bretterte dann in eine schmale Sackgasse und wollte dort wenden.

Passantin Kathrin M. (41) erinnert sich im Zeugenstand: "Ich bin in die Hecke gesprungen. Der hätte mich umgefahren." Wenig später verunfallte Dustin, Kurve nicht gekriegt - das Ende seiner wilden Jagd durchs StGB.

Bei all seinen Straftaten stand er unter Bewährung - und unter Drogen. Er hatte Kokain, Crystal, Amphetamine, Marihuana und Partypillen konsumiert. Außerdem steckte in seiner Tasche ein Feuerzeug in Pistolenform.

"Es tut mir so was von leid", sagte er vor Gericht. "Ich werde mein Leben ändern."

Urteil: zwei Jahre, drei Monate Knast.

Titelfoto: Roland Halkasch/Franz Maler

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