Bahn-Schreck Pawel spuckte dem Kontrolleur ins Gesicht

Dresden - So ein Rotzer! Ein 36-Jähriger muss sich wegen mehreren Übergriffen auf S-Bahn-Kontrolleure vor Gericht verantworten.

Schon zehn Einträge im Strafregister. Trotzdem kam Pawel G. (36) am Amtsgericht mit Bewährung davon.
Schon zehn Einträge im Strafregister. Trotzdem kam Pawel G. (36) am Amtsgericht mit Bewährung davon.  © Peter Schulze

"Ich fahre nicht so oft S-Bahn", erklärte Pawel G. (36) der Amtsrichterin. Um so schlimmer, dass der Metallbauer gleich zweimal auf der Strecke Heidenau - Dresden massiv ausflippte, als er ohne Ticket erwischt wurde. Nun stand sein Prozess an.

Fall 1: Sommer 2019. "Der Automat am Bahnhof nimmt kein großes Geld", so Pawel, dem der Kontrolleur folglich im Zug ein personalisiertes Ticket ausstellen wollte und dazu den Ausweis forderte. 

Den verweigerte Pawel allerdings, weshalb er aussteigen musste. Dem folgte der gebürtige Kirgise, spuckte aber dem Zugbegleiter noch heftig ins Gesicht!

Fall 2: Gleiche S-Bahn, anderer Kontrolleur, Juni 2020, Pawel wieder ohne Ticket. "Ich schrieb ihm ein personalisiertes Ticket", so der Kontrolleur.

"Er gab mir 50 Euro, ich hätte auf 4,80 Euro rausgegeben. Weil er keinen Ausweis hatte, rief ich die Bundespolizei, damit die dann am Hauptbahnhof noch die Personal-Überprüfung macht. Wie das üblich ist. Alles war ruhig, alles war klar."

Doch plötzlich sprang Pawel den Mann an und würgte ihn. Der Kontrolleur wehrte sich mit Pfefferspray.

"War alles ein Missverständnis, es tut mir leid"

In der S1 tobte der Rüpel mehrfach und griff Zugbegleiter an.
In der S1 tobte der Rüpel mehrfach und griff Zugbegleiter an.  © Petra Hornig

"Dabei traf ich seinen Begleiter, der übrigens einen gültigen Fahrschein hatte. Und weil der hustete, wollte ich die Rettung informieren. Aber da schlug mir der Angreifer das Handy aus der Hand." Pawel türmte.

"War alles ein Missverständnis. Es tut mir leid", so der S-Bahn-Schreck. "Das Handy wollte ich zurückgeben."

Aber: Als die Polizei es bei ihm beschlagnahmte, war die Tastatur schon auf Kyrillisch umgestellt. "Na ja, mein Handy war kaputt ...", gab Pawel zu. 

Das Urteil lautet nun 22 Monate Haft, ausgesetzt auf Bewährung.

Titelfoto: Peter Schulze

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0